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Kindspech: Alles Wichtige über den ersten Stuhlgang eures Babys

  • 23. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Der allererste Stuhl eines Neugeborenen wird umgangssprachlich oft als Kindspech bezeichnet. In der Medizin spricht man vom Mekonium. Diese erste Ausscheidung ist etwas ganz Besonderes und unterscheidet sich deutlich von dem, was später als „normaler“ Stuhl gilt.


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Viele Eltern sind zunächst überrascht: Die Farbe ist dunkel, fast schwarz-grünlich, und die Konsistenz wirkt ungewöhnlich zäh und klebrig. Doch das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge.


Was genau ist Mekonium?


Im Gegensatz zu späterem Stuhl handelt es sich beim Mekonium nicht um ein klassisches Verdauungsprodukt. Während der Schwangerschaft wird das Baby über die Plazenta versorgt – es verdaut also noch keine Nahrung im üblichen Sinne.


Stattdessen sammelt sich im Darm des ungeborenen Kindes eine Mischung aus verschiedenen Bestandteilen an, darunter:

  • geschlucktes Fruchtwasser

  • abgestorbene Haut- und Schleimhautzellen

  • feine Körperhaare (Lanugo)

  • Sekrete wie eingedickte Galle


Diese Stoffe lagern sich im Darm an und bilden das Mekonium.


Warum hat Kindspech diese ungewöhnliche Farbe?


Die dunkle Färbung entsteht vor allem durch einen Gallenfarbstoff namens Biliverdin. Dieser ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs und sorgt für die typische grünlich-schwarze Farbe. Je nach Zusammensetzung kann der Farbton variieren – von dunkelgrün über schwarz bis hin zu sehr dunklem Braun.


Woher kommt der Name „Kindspech“?


Die Bezeichnung hat nichts mit Unglück zu tun. Vielmehr erinnert das Mekonium durch seine Farbe und Konsistenz an eine teerartige, klebrige Masse – ähnlich wie „Pech“. Daher stammt der umgangssprachliche Name.


Wann wird Mekonium ausgeschieden?


In den meisten Fällen erfolgt der erste Stuhlgang innerhalb der ersten 12 bis 48 Stunden nach der Geburt. Manche Babys scheiden das Mekonium direkt im Kreißsaal aus, andere benötigen etwas länger.


Wichtig ist: Bleibt der erste Stuhlgang länger als etwa 2 bis 4 Tage aus, sollte das ärztlich abgeklärt werden.


Wie verändert sich der Stuhl danach?


Sobald das Mekonium ausgeschieden ist, verändert sich der Stuhl Schritt für Schritt:

  • Bei Stillbabys: gelblich, weich bis flüssig, oft mild im Geruch

  • Bei Flaschenbabys: eher bräunlich und etwas fester


Diese Veränderung zeigt, dass die Verdauung nun aktiv arbeitet.


Wie viel ist normal?


Die ausgeschiedene Menge liegt meist zwischen 50 und 100 Gramm. Entscheidend ist jedoch weniger die Menge als vielmehr, dass überhaupt Mekonium abgeht. Das ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass der Darm funktioniert.


Gibt es mögliche Komplikationen?


Grundsätzlich ist Mekonium völlig harmlos. In einigen Fällen kann es jedoch zu Besonderheiten kommen:

  • Abgang vor der Geburt: Das Fruchtwasser kann sich grün färben

  • Verzögerte Ausscheidung: kann das Risiko für Neugeborenengelbsucht erhöhen

  • Darmprobleme: seltene Ursachen wie Verstopfungen oder Erkrankungen


Eine seltene, aber ernsthafte Komplikation ist die sogenannte Mekoniumaspiration. Dabei gelangt Mekonium in die Atemwege des Babys, was zu Atemproblemen führen kann. Dies kommt jedoch nur selten vor.


Wie kann man die Ausscheidung unterstützen?


Ein wichtiger Faktor ist die erste Muttermilch (Kolostrum). Sie wirkt leicht abführend und hilft dem Baby, das Mekonium schneller auszuscheiden. Auch wenn Stillen nicht direkt möglich ist, kann Kolostrum per Hand gewonnen und dem Baby gegeben werden.


Praktischer Tipp fürs Wickeln


Da Mekonium sehr klebrig ist, kann das Reinigen etwas mühsam sein. Ein einfacher Trick:

👉 Ein wenig Babyöl auf ein Tuch geben und damit die Haut sanft säubern.


Das löst die Rückstände deutlich leichter als Wasser allein.


Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; Stiefel, Andrea et al. (Hrsg.): Hebammenkunde: Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf; Lattarie Balest, Arcangela: Mekoniumaspirationssyndrom; Uniklinikum Erlangen: Morbus Hirschsprung

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