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Schlafprobleme: Wenn Kinder nachts nicht zur Ruhe kommen

  • vor 2 Minuten
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Schlafprobleme werden häufig mit Babys verbunden. Doch auch im Kindergarten- und Grundschulalter können Nächte schwierig werden. Manche Kinder finden nur schwer in den Schlaf, andere wachen immer wieder auf oder werden von Ängsten und Gedanken wachgehalten.


Mehr dazu heute in MOMMYTIME.


Die Ursachen sind vielfältig. Und nicht immer steckt ein ernsthaftes Problem dahinter. Oft lassen sich die Schlafbedingungen mit einigen Veränderungen verbessern.


1. Der Schlafbedarf ist individuell

Die Vorstellung, dass jedes Kind in einem bestimmten Alter exakt gleich viel Schlaf benötigt, führt schnell zu unnötigem Druck. Tatsächlich unterscheidet sich der Schlafbedarf von Kind zu Kind erheblich.


Auch für die Schlafdauer gibt es statistische Verteilungskurven. Sie zeigen, innerhalb welcher Bereiche sich der normale Bedarf bewegt. So können beispielsweise Dreijährige ungefähr 10 bis 13 Stunden Schlaf benötigen. Bei Zehnjährigen liegt die Spanne etwa zwischen 8,5 und 11 Stunden.


Deshalb muss ein Kind nicht automatisch ausgeschlafen sein, nur weil es vermeintlich „zu wenig“ geschlafen hat. Entscheidend ist vielmehr, wie es sich tagsüber fühlt und verhält.


2. Wenn die Gedanken abends nicht aufhören

Mit zunehmendem Alter verändern sich auch die Gründe für schlaflose Nächte. Bei Grundschulkindern sind es häufig Sorgen und ungelöste Gedanken, die sich gerade beim Zubettgehen bemerkbar machen.


Eine bevorstehende Klassenarbeit, Ärger mit Freunden oder eine unangenehme Situation in der Schule können im Kopf immer wieder auftauchen. Dadurch bleibt das Kind gedanklich aktiv, obwohl der Körper eigentlich müde ist.


Ein hilfreiches Ritual kann sein, Sorgen symbolisch „wegzupacken“. Eine kleine Schachtel neben dem Bett kann beispielsweise zur Gedankenbox werden: Das Kind schreibt oder malt auf, was es beschäftigt, legt es hinein und schließt den Deckel. Die Probleme dürfen bis zum nächsten Tag warten.


Auch der Schulranzen sollte in stressigen Phasen nicht unbedingt direkt am Bett stehen. Alles, was an Schule erinnert, kann das gedankliche Abschalten erschweren.


3. Die richtige Atmosphäre schaffen

Guter Schlaf braucht passende Rahmenbedingungen. Das Schlafzimmer sollte möglichst ruhig, dunkel und angenehm kühl sein. Eine Raumtemperatur von ungefähr 18 Grad kann dabei eine gute Orientierung sein.


Auch die letzte Stunde vor dem Schlafengehen spielt eine Rolle. Wildes Toben, intensive Computerspiele oder Sport direkt vor dem Zubettgehen machen das Abschalten eher schwieriger.


Hilfreicher sind wiederkehrende Abläufe: gemeinsam kuscheln, eine Geschichte lesen, ruhig miteinander sprechen oder ein paar einfache Atem- und Entspannungsübungen machen.


4. Das Bett sollte kein Spielplatz sein

Gerade jüngere Kinder verwandeln ihr Bett tagsüber gerne in eine Höhle, ein Raumschiff oder eine Piratenfestung. Für besonders fantasievolle Kinder kann es allerdings hilfreich sein, den Schlafplatz möglichst eindeutig mit Schlaf zu verbinden.


Ängste vor Monstern oder anderen Fantasiewesen sollte man dabei nicht einfach wegwischen. Ein „Monster gibt es doch gar nicht“ hilft einem Kind, das gerade tatsächlich Angst empfindet, nur wenig.


Besser funktioniert es häufig, die Fantasie des Kindes aufzugreifen. Vielleicht braucht das Monster einen Traumfänger, ein besonderes Spray oder wird gemeinsam aus dem Zimmer vertrieben. So wird aus der Angst eine Situation, die das Kind aktiv bewältigen kann.


5. Schlaf sollte niemals als Strafe dienen

„Dann gehst du eben früher ins Bett!“ Solche Drohungen wirken vielleicht im ersten Moment praktisch, können aber langfristig ein ungünstiges Bild vom Schlaf vermitteln.


Wenn das Zubettgehen als Konsequenz für schlechtes Verhalten erlebt wird, verbindet das Kind Schlaf mit etwas Negativem. Sinnvoller ist es, die angenehme Seite hervorzuheben: Nach einem anstrengenden Tag darf man sich ausruhen, sich einkuscheln und neue Energie sammeln. Schlaf ist schließlich keine Strafe, sondern eine Pause, die Körper und Kopf dringend benötigen.


6. Einschlafrituale sollten möglichst unabhängig machen

Bildschirme sind kurz vor dem Schlafengehen keine besonders gute Wahl. Smartphone, Tablet, Fernseher und Computer strahlen unter anderem Licht mit einem hohen Blauanteil aus. Dieses kann die innere Uhr beeinflussen und die Ausschüttung von Melatonin verändern.


Auch Hörspiele oder bestimmte Einschlafgeschichten können zwar beruhigend wirken. Problematisch wird es jedoch, wenn ein Kind irgendwann nur noch mit einem ganz bestimmten Gerät oder einer bestimmten Geschichte einschlafen kann.


Langfristig hilfreicher sind Fähigkeiten, die das Kind selbst einsetzen kann: beispielsweise ruhiges Atmen, progressive Muskelentspannung oder andere einfache Entspannungstechniken. Diese Strategien funktionieren schließlich unabhängig davon, ob gerade ein bestimmtes Gerät verfügbar ist.


7. Wenn die Atmung nachts Probleme macht

Nicht jede Schlafstörung hat mit Gewohnheiten oder Ängsten zu tun. Auch körperliche Ursachen kommen infrage.


Im Kindergartenalter sind Atemwegsinfekte häufig. Dadurch können sich die Rachenmandeln vergrößern. Bei manchen Kindern ist das Gewebe zwischen etwa dem dritten und siebten Lebensjahr so ausgeprägt, dass die Atmung erschwert wird. Besonders nachts kann das auffallen. Schnarchen, unruhiger Schlaf oder Atempausen können Hinweise darauf sein, dass die Atmung beeinträchtigt ist.


Wer solche Veränderungen beobachtet, sollte den Schlaf des Kindes aufmerksam beobachten und die Beschwerden gegebenenfalls beim HNO-Arzt ansprechen. In vielen Fällen bildet sich das vergrößerte Gewebe mit zunehmendem Alter wieder zurück. Je nach Situation kann jedoch auch eine medizinische Behandlung notwendig werden.


8. Unruhige Beine können den Schlaf stören

Manche Kinder sind nicht nur tagsüber ungewöhnlich unruhig, sondern bewegen auch nachts ständig ihre Beine. Dahinter kann unter anderem ein Restless-Legs-Syndrom stecken.


Eine mögliche Rolle spielt dabei ein niedriger Eisenspeicher. Gerade während Wachstumsphasen oder nach häufigen Infekten kann der Eisenbedarf erhöht sein. Eisen ist unter anderem für Prozesse im Nervensystem relevant, die an der Bewegungssteuerung beteiligt sind.


Bei einem entsprechenden Verdacht sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden, statt eigenständig Nahrungsergänzungsmittel zu geben. Eisen findet sich beispielsweise in Fleisch und Haferflocken. Vitamin C, etwa aus Orangensaft, kann die Aufnahme von pflanzlichem Eisen verbessern.


9. Der Nachtschreck wirkt dramatisch, ist aber meist harmlos

Wenn ein Kind plötzlich aufschreit, sich aufrichtet und dabei scheinbar wach ist, kann das für Eltern sehr beunruhigend sein. Beim sogenannten Nachtschreck ist das Kind allerdings nicht vollständig wach.


Dieses Phänomen tritt vor allem bei jüngeren Kindern auf und hängt damit zusammen, dass die verschiedenen Schlafphasen beziehungsweise die Mechanismen der Bewegungshemmung noch nicht vollständig ausgereift sind.


Einzelne Episoden sind meist kein Grund zur Sorge. Treten solche Ereignisse allerdings ungewöhnlich häufig auf, sollte sicherheitshalber ärztlich abgeklärt werden, ob eine andere Ursache dahinterstecken könnte.


10. Manchmal beginnt die Schlafstörung am Tag

Kinder reagieren häufig sensibel auf Veränderungen und Spannungen in ihrem Umfeld. Ein Umzug, eine neue Schule, Konflikte zwischen den Eltern, berufliche Sorgen oder eine Erkrankung innerhalb der Familie können sich auch nachts bemerkbar machen.


Deshalb lohnt sich bei länger anhaltenden Schlafproblemen ein Blick auf die gesamte familiäre Situation.


Wie geht es dem Kind? Was beschäftigt es tagsüber? Gibt es aktuell Veränderungen oder Konflikte? Und wie belastet fühlen sich die Eltern selbst?

Wenn die Situation zu Hause angespannt ist, kann es sinnvoll sein, Unterstützung von außen zu suchen, beispielsweise durch eine Familienberatung.

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