Klicks mit Konsequenzen: Wie Family-Influencing Kinder zum Content macht
- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Medienforschung, durchgeführt im Auftrag mehrerer Landesmedienanstalten, beleuchtet erstmals systematisch, wie stark sogenanntes Family-Influencing in Deutschland verbreitet ist – und welche Risiken damit einhergehen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Sichtbarkeit von Kindern im Netz
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Etwa ein Drittel der kommerziell ausgerichteten Family-Accounts präsentiert Kinder so, dass sie eindeutig identifizierbar sind. Damit wird ein Teil des privaten Familienlebens öffentlich zugänglich gemacht – oft dauerhaft.
Ein lukratives System
Die Forschenden beschreiben Family-Influencing als ein wirtschaftlich erfolgreiches Modell. Einnahmen entstehen dabei nicht nur für die Influencer:innen selbst, sondern auch für Unternehmen und Plattformen, die von Reichweite und Aufmerksamkeit profitieren.
Zwischen Schutz und Vermarktung
Zwar achten viele Content-Creator offenbar darauf, Kinder nicht direkt in werblichen Beiträgen zu zeigen oder unkenntlich zu machen. Dennoch weist die Studie darauf hin, dass sich durch Monetarisierung Dynamiken entwickeln können, deren Folgen Eltern nicht immer vollständig überblicken. Diese können unbeabsichtigt dazu führen, dass persönliche Grenzen überschritten werden.
Rollen der Kinder im Content
Innerhalb der Beiträge übernehmen Kinder unterschiedliche Funktionen. Sie erscheinen teilweise als „lebendige Requisite" oder als „Statist:innen" im Hintergrund. In anderen Fällen sind sie ein zentraler Bestandteil der Darstellung. Besonders häufig sind Szenen aus dem Alltag, etwa morgendliche Routinen oder spielerische Aktivitäten wie Tanzen.
Der Preis der Aufmerksamkeit
Die Studie macht deutlich, dass die öffentliche Darstellung für Kinder erhebliche Konsequenzen haben kann. Im Mittelpunkt steht dabei der Verlust von Privatsphäre und geschützten Rückzugsräumen. Kritisch bewertet werden insbesondere Inhalte, die Kinder in verletzlichen Momenten zeigen – etwa in emotional aufgeladenen Situationen oder in sehr persönlichen Kontexten.
Handlungsempfehlungen für verantwortungsbewusstes Verhalten
Um Risiken zu minimieren, sollten Influencer*innen folgende Punkte berücksichtigen:
Schutz der Kinder vor digitalen Gefahren wie Deepfakes oder Datenmissbrauch
Wahrung grundlegender Rechte, einschließlich Persönlichkeitsrechten und Datenschutz
Vermeidung klar erkennbarer Darstellungen von Kindern
Kein Teilen von Bildern oder Videos aus intimen oder potenziell beschämenden Situationen


