Konflikte im Schulalltag: Immer mehr Schüler:innen berichten von Gewalterfahrungen
- vor 3 Tagen
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Eine aktuelle Studie weist darauf hin, dass Konflikte und Gewaltereignisse an Berliner Schulen in den vergangenen Jahren häufiger geworden sind. Dabei zeigt sich, dass das Ausmaß der Belastung je nach Schulform stark variiert. Zudem unterscheiden sich die Wahrnehmungen von Lehrkräften und Schüler häufig deutlich. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Besonders auffällig sind die Ergebnisse bei den befragten Jugendlichen: In der sechsten Klasse gaben mehr als 80 Prozent an, im laufenden oder im vorherigen Schuljahr Gewalt durch Mitschüler erlebt zu haben. In der neunten Jahrgangsstufe lag dieser Anteil sogar bei über 90 Prozent.
Gründe für eskalierende Konflikte
Nach Einschätzung vieler Pädagog tragen eine nachlassende Impulskontrolle und eine geringere Frustrationstoleranz dazu bei, dass Auseinandersetzungen schneller entstehen und sich verschärfen. Die Aussagen der Schüler stützen diese Beobachtungen.
Am häufigsten entstehen Gewaltsituationen aufgrund scheinbar unbedeutender Anlässe. So nennen Schüler der Klassenstufen 9 und 12 in 42 Prozent der Fälle Kleinigkeiten als Auslöser. Weitere 27 Prozent berichten, dass Konflikte „ohne erkennbaren Grund“ entstehen.
Auch persönliche Merkmale können Streitigkeiten begünstigen. Dazu zählen insbesondere das äußere Erscheinungsbild oder die Kleidung (33 Prozent), schulische Leistungen (19 Prozent) sowie die Herkunft (16 Prozent). Deutlich seltener werden Religion, Hautfarbe oder die sexuelle Orientierung beziehungsweise Identität als Ursachen genannt.
Unterschiede zwischen den Schulformen
Die Untersuchung zeigt, dass Gewalt- und Konflikterfahrungen nicht an allen Schulen gleichermaßen auftreten. Besonders häufig berichten Schüler und Lehrkräfte an Integrierten Sekundarschulen ohne Oberstufe sowie an Gemeinschaftsschulen von entsprechenden Problemen.
An Gymnasien und beruflichen Schulen werden gravierende Gewaltvorfälle dagegen wesentlich seltener wahrgenommen. Allerdings beobachten viele Lehrkräfte bereits im Grundschulbereich eine zunehmende Zahl an Konflikten und aggressivem Verhalten.
Umfangreiche Datenerhebung in Berlin
Mit dem Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer stehen erstmals repräsentative Erkenntnisse über Konflikte und Gewalt an öffentlichen Schulen der Hauptstadt zur Verfügung. Für die Studie wurden zwischen November 2025 und Januar 2026 mehr als 14.000 Schüler aus den Jahrgangsstufen 6, 9 und 12 sowie aus beruflichen Schulen befragt. Zusätzlich nahmen über 2.500 Lehrkräfte und weitere pädagogische Fachkräfte an der Erhebung teil.


