Mehr Nachwuchs im Handwerk: Ausbildungszahlen steigen trotz wirtschaftlicher Flaute deutlich an
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Während viele Wirtschaftsbereiche rückläufige Ausbildungszahlen verzeichnen, entwickelt sich das Handwerk weiterhin in die entgegengesetzte Richtung. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge steigt bereits das vierte Jahr in Folge. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Handwerkspräsident Jörg Dittrich bewertet diese Entwicklung als positives Signal angesichts der angespannten wirtschaftlichen Gesamtsituation.
„Wir steuern auf das vierte Jahr in Folge mit steigenden Neuvertragszahlen zu“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Deutlicher Anstieg bei den Ausbildungsverträgen
Nach aktuellen Angaben wurden zwischen Januar und Juni 2026 knapp 67.800 neue Lehrverträge registriert. Das entspricht einem Plus von rund 3.160 Verträgen beziehungsweise 4,9 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Besonders bemerkenswert ist laut Dittrich, dass ein ähnlich hoher Wert zuletzt im Juni 2018 erreicht wurde. „Einen so hohen Juni-Wert hatten wir zuletzt 2018. Das ist eine nachdrückliche Botschaft: Junge Menschen entscheiden sich bewusst für das Handwerk.“ Einige Handwerkskammern melden sogar zweistellige Zuwächse bei den Neuabschlüssen.
Forderung nach stärkerer Unterstützung
Angesichts der wachsenden Bedeutung der handwerklichen Ausbildung fordert Dittrich eine stärkere politische Anerkennung der beruflichen Bildung. Aus seiner Sicht müsse die Gleichstellung von akademischer und beruflicher Ausbildung endlich gesetzlich festgeschrieben werden.
Darüber hinaus verweist der Handwerkspräsident auf den erheblichen Modernisierungsbedarf vieler Bildungszentren. Um die hohe Ausbildungsqualität langfristig zu sichern, seien umfassende Investitionen in die Sanierung und Ausstattung der Einrichtungen erforderlich.

