Urteil nach Angriff in einem ICE: Gericht ordnet dauerhafte Unterbringung in psychiatrischer Klinik an
Nach dem Angriff auf mehrere Fahrgäste in einem ICE vor rund einem Jahr hat das Landgericht Regensburg die weitere Unterbringung eines 21-jährigen Syrers in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Nach Auffassung des Gerichts war der Mann aufgrund einer psychischen Erkrankung zum Tatzeitpunkt schuldunfähig. Das Urteil ist bislang noch nicht rechtskräftig. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Schwere Vorwürfe und psychische Erkrankung
Dem 21-Jährigen wurden unter anderem versuchter Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. In der Urteilsbegründung schilderte die Vorsitzende Richterin den persönlichen Hintergrund des Angeklagten. Demnach war er als unbegleiteter Minderjähriger nach Österreich eingereist. Während seiner etwa dreijährigen Flucht über die Türkei und Griechenland entwickelte er eine Schizophrenie.
Nach den Feststellungen des Gerichts leidet der Mann unter akustischen Halluzinationen und hört Stimmen, die ihm Anweisungen geben. Zudem habe er die Vorstellung, von der Mafia verfolgt zu werden und „abschlachten“ zu wollen.
Gericht sieht keine politische Motivation
Laut der Vorsitzenden Richterin befand sich der Angeklagte während der Tat aus Sicht der hinzugezogenen Sachverständigen in einem subjektiven Bedrohungserleben und glaubte, sich verteidigen zu müssen. Auch der Erwerb der Tatwerkzeuge unmittelbar vor der Zugfahrt sei auf dieses Bedrohungsgefühl zurückzuführen.
Hinweise auf ein politisches Motiv habe das Gericht hingegen nicht gefunden. Dies habe sich unter anderem aus der Auswertung des Mobiltelefons des Angeklagten ergeben.
Behandlung statt Haft
Wegen der weiterhin bestehenden Gefahr weiterer Gewalttaten bleibt der 21-Jährige zur Behandlung in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Dieser Einschätzung schlossen sich im Verfahren sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung und die Vertreter der Nebenklage in ihren Schlussvorträgen an.

