top of page

Mütter verlieren deutlich mehr Einkommen: Neue Studie zeigt größere Einbußen nach der Geburt des ersten Kindes

  • 26. Okt. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Eine neue Untersuchung zeigt, dass der finanzielle Einschnitt für Mütter nach der Geburt ihres ersten Kindes größer ist, als frühere Analysen vermuten ließen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Demnach verdienen Mütter in Deutschland im vierten Jahr nach der Geburt durchschnittlich rund 30.000 Euro brutto weniger als gleichaltrige Frauen ohne Kinder. Diese Erkenntnis stammt aus einer aktuellen Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim in Kooperation mit der Universität Tilburg. Frühere Schätzungen gingen lediglich von etwa 20.000 Euro aus.


Junge Mütter besonders stark betroffen


Vor allem Frauen, die vor dem 30. Lebensjahr Mutter werden, spüren die finanziellen Folgen deutlich. Sie steigen häufig in einer Phase aus dem Berufsleben aus, in der Qualifikationen und Berufserfahrung besonders entscheidend sind. „Wenn Frauen unter 30 Jahren Mutter werden, dann haben sie weniger Einkommen und verpassen oft wichtige Schritte, um sich im Berufsleben gut aufzustellen“, erklärt Studien-Co-Autor Lukas Riedel aus der ZEW-Forschungsgruppe „Ungleichheit und Verteilungspolitik“.


Späterer Wiedereinstieg bietet Vorteile


Frauen, die erst später Kinder bekommen, sind oft bereits im Beruf etabliert und haben ihre Einkommensentwicklung weitgehend durchlaufen. Dadurch verlieren sie zwar in absoluten Zahlen ebenfalls Geld, können ihre berufliche Laufbahn jedoch meist stabiler fortsetzen. „Langfristig gelingt es ihnen aber besser, ihre Karriere nach der Geburt wieder aufzunehmen“, so Riedel weiter. „Die Verluste nach der ersten Geburt entwickeln sich also unterschiedlich für Mütter unterschiedlichen Alters.“


„Child Penalty“ – der Preis der Mutterschaft


In der Wirtschaftsforschung wird der Einkommensrückgang von Müttern nach der ersten Geburt als „Child Penalty“ bezeichnet. Für die aktuelle Untersuchung werteten die Forschenden amtliche Daten von mehr als 186.000 Müttern aus, die zwischen 1975 und 2021 erhoben wurden. Grundlage war die sogenannte „Stichprobe der Integrierten Arbeitsmarktbiografien“.


Neue Berechnungsmethode bringt genauere Ergebnisse


Das Forschungsteam weist darauf hin, dass bisherige Schätzungen häufig auf sogenannten Event Studies basierten. Dabei wurde jedoch nicht berücksichtigt, in welchem Alter Frauen ihr erstes Kind bekommen. Das ZEW erklärt: Wenn Mütter miteinander verglichen werden, die bereits alle eine Geburt hinter sich haben, bleiben altersbedingte Unterschiede unberücksichtigt. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, müsse der Vergleich zwischen Müttern und kinderlosen Frauen gleichen Alters erfolgen.

bottom of page