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Neue EU-Regeln: Verpackungen sollen umweltfreundlicher werden

  • vor 10 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Die EU will den Umgang mit Verpackungen grundlegend verändern. Das Ziel: Bis zum Jahr 2030 sollen Verpackungen grundsätzlich recycelbar sein – abgesehen von wenigen Ausnahmen. Grundlage dafür ist eine umfangreiche EU-Regelung mit 124 Seiten und insgesamt 71 Artikeln. Erste Vorgaben treten nun in Kraft. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Strengere Vorgaben für PFAS


Eine wichtige Neuerung betrifft Lebensmittelverpackungen. Für sogenannte PFAS, also per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, gelten ab sofort strengere Grenzwerte. Die Chemikalien werden bislang unter anderem eingesetzt, damit Verpackungen von fettigen Lebensmitteln nicht durchweichen.


Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sind die neuen Grenzwerte allerdings so niedrig angesetzt, dass PFAS als fettabweisende Beschichtung praktisch nicht mehr eingesetzt werden können. Bereits produzierte Verpackungen dürfen weiterhin verwendet werden.


Problematisch sind die Stoffe auch aus gesundheitlicher Sicht. Bestimmte PFAS werden mit möglichen Erkrankungen wie Krebs oder Schäden an der Leber in Verbindung gebracht.


Vor allem Unternehmen müssen sich umstellen


Für Verbraucher dürfte sich zunächst wenig verändern. Größer ist der Aufwand für Unternehmen, die sich auf zahlreiche neue Vorgaben einstellen müssen. Christoph Petri, Referatsleiter für Kreislaufwirtschaft und Umweltpolitik bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer, beschreibt die Regelungen als schwer überschaubar: „Das ist von der Komplexität her einfach zu sperrig.“


Nach seinen Angaben erreichen ihn derzeit täglich Fragen von Unternehmen zu den neuen Vorschriften. Viele Betriebe seien noch unsicher, wie sie die Anforderungen konkret umsetzen sollen.


Kritik von kleinen Händlern


Auch kleinere Onlinehändler sehen die neuen Bestimmungen kritisch. Einige machten ihrem Unmut zuletzt in sozialen Netzwerken Luft und kündigten an, ihr Versandangebot auf weniger EU-Länder zu beschränken.


Grund dafür ist unter anderem eine neue bürokratische Hürde: Unternehmen, die ihre Waren in mehreren EU-Staaten anbieten, müssen sich künftig in den jeweiligen Ländern separat registrieren und dort eine bevollmächtigte Person benennen. Die EU hat bereits angekündigt, einzelne Punkte der Regelung nachzubessern.


Verpackungsabfälle sollen deutlich sinken


Der Handlungsdruck ist groß: Nach Angaben von Eurostat entstanden 2023 innerhalb der EU durchschnittlich 177,8 Kilogramm Verpackungsabfall pro Einwohner.


Die neuen Vorschriften sollen diese Menge langfristig reduzieren. Vorgesehen ist, den Verpackungsmüll bis 2040 gegenüber dem Stand von 2018 um mindestens 15 Prozent zu senken. Zwischenziele sind eine Verringerung um 5 Prozent bis 2030 und um 10 Prozent bis 2035.

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