Online-Plattformen vor Gericht: Jury sieht Versäumnisse bei Schutz und Aufklärung der Nutzer:innen
- vor 11 Stunden
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Die Internetkonzerne Meta und YouTube mussten in einem Verfahren in den USA eine juristische Niederlage hinnehmen. Eine Jury in Los Angeles kam zu dem Ergebnis, dass die Anbieter ihre Sorgfaltspflichten verletzt und Nutzer:innen nicht ausreichend über mögliche Gefahren ihrer Dienste aufgeklärt haben. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Schadenersatz und Reaktionen der Unternehmen
Die Klägerin, eine 20-jährige Frau, erhielt laut Urteil eine Entschädigung in Höhe von drei Millionen US-Dollar. Der Großteil der Summe – konkret 70 Prozent – soll von Meta getragen werden. Der Mutterkonzern von YouTube, Google, kündigte an, gegen die Entscheidung vorzugehen. Dabei wurde betont, dass YouTube nicht als klassisches soziales Netzwerk einzuordnen sei. Auch Meta äußerte Kritik am Urteil und prüft weitere rechtliche Schritte.
Vorwürfe: Bewusst suchtförderndes Design
Im Zentrum der Klage stand der Vorwurf, die Plattformen seien gezielt so gestaltet worden, dass sie ein hohes Abhängigkeitspotenzial entwickeln. Ein häufig genanntes Beispiel ist das endlose Weiterladen von Inhalten beim Scrollen. Die Klägerin erklärte, sie habe bereits in jungen Jahren begonnen, diese Dienste intensiv zu nutzen. Sie bringt ihre heutigen psychischen Probleme – darunter Depressionen und Angstzustände – mit dieser Nutzung in Verbindung.
Beteiligte Plattformen und Verlauf des Verfahrens
Die Klage richtete sich zuletzt gegen YouTube sowie gegen Instagram, das zu Meta gehört. Andere zunächst beteiligte Plattformen wie Snapchat und TikTok konnten sich durch außergerichtliche Einigungen aus dem Verfahren zurückziehen.
Mögliche Signalwirkung und prominente Aussagen
Das Urteil könnte Bedeutung für zahlreiche ähnliche Klagen haben, die derzeit anhängig sind. Die beschuldigten Unternehmen wiesen die Anschuldigungen im Prozess zurück. Im Zuge der Verhandlungen wurde auch Mark Zuckerberg vor der Jury befragt.
Weitere juristische Rückschläge für Meta
Bereits kurz zuvor war Meta in einem anderen Verfahren im US-Bundesstaat New Mexico zur Zahlung von 375 Millionen US-Dollar verurteilt worden. Die Jury war überzeugt, dass der Konzern trotz besseren Wissens nicht ausreichend Maßnahmen zum Schutz junger Nutzer:innen ergriffen habe. Auch gegen dieses Urteil will das Unternehmen rechtlich vorgehen.


