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Potenziell schädlich: Warum Experten trotz möglicher Verunreinigungen weiter zu Sonnencreme raten

  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Sonnencreme schützt vor gefährlicher UV-Strahlung – dennoch stehen einige Inhaltsstoffe derzeit in der Diskussion. Expertinnen und Verbraucherschützer erklären, worauf Verbraucher achten sollten und warum Sonnenschutz trotzdem unverzichtbar bleibt. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Wichtig sei dabei zu verstehen, dass nicht jede Creme mit dem UV-Filter DHHB automatisch den problematischen Weichmacher DnHexP enthält.


Wie Verbraucher geeignete Produkte finden


Wer sicher gehen möchte, kann sich laut Kerstin Effers von der Verbraucherzentrale NRW an unabhängigen Produkttests orientieren. Besonders hilfreich seien die Bewertungen von Stiftung Warentest und ÖKO-TEST, da beide Organisationen ihre Untersuchungen inzwischen auch auf den Weichmacher DnHexP ausweiten.


Streit um Grenzwerte in der EU


Innerhalb der Europäischen Union gilt derzeit eine Regelung, nach der ein Anteil von bis zu 1 mg/kg DnHexP im UV-Filter DHHB als unbedenklich eingestuft wird. Diese Einschätzung teilen jedoch nicht alle Institutionen. Aline Murawski weist darauf hin, dass Menschen bereits über viele Alltagsprodukte mit Weichmachern in Kontakt kommen. Aus ihrer Sicht sollte deshalb jede vermeidbare zusätzliche Belastung reduziert werden.


Auch Kerstin Effers betont die Problematik des Stoffes: „Es handelt sich um einen reproduktionstoxischen Stoff. Der Gehalt sollte so niedrig wie möglich sein.“ Der wissenschaftliche EU-Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS) kommt zudem zu dem Schluss, dass deutlich geringere Werte technisch erreichbar sind. Demnach wäre eine Konzentration von 0,1 mg/kg DnHexP im UV-Filter DHHB möglich.


In einer Reihe getesteter Sonnencremes mit dem UV-Filter DHHB wurde der Weichmacher in vielen Produkten gar nicht nachgewiesen.


Auswirkungen auf den Preis?


Kerstin Effers hält es daher für unwahrscheinlich, dass strengere Grenzwerte die Kosten für Verbraucher spürbar erhöhen würden:„Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Produktion des UV-Filters DHHB mit 0,1 mg/kg DnHexP den Preis von Sonnencreme wesentlich erhöhen würde.“


Reaktion der Kosmetikindustrie


Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel widerspricht allerdings den Einschätzungen des Umweltbundesamtes. Nach Angaben des Verbandes sei noch nicht eindeutig geklärt, aus welchen Quellen die erhöhten Werte in Urinproben tatsächlich stammen.

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