Rentenreform beschlossen: Neue private Vorsorge soll flexibler, günstiger und ertragreicher werden
- vor 21 Stunden
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Der Bundestag hat eine umfassende Neuausrichtung der privaten Altersvorsorge beschlossen. Mit den Stimmen der Regierungsparteien aus CDU/CSU und SPD wurde entschieden, die bisherige Riester-Rente ab dem Jahr 2027 durch ein neues staatlich unterstütztes Modell zu ersetzen. Nach Angaben der Koalition sollen die künftigen Angebote günstiger, flexibler und vor allem ertragreicher sein. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Unterschiedliche Modelle mit variierenden Garantien
Die konkrete Ausgestaltung der Reform steht noch aus und soll per Verordnung festgelegt werden. Vorgesehen sind mehrere Varianten: Neben einer klassischen Altersvorsorge mit vollständiger Beitragsgarantie soll es auch Modelle mit einer abgesenkten Garantie von 80 Prozent geben. Zusätzlich ist ein Vorsorgedepot ohne Garantiezusage geplant, das stärker auf Chancen am Kapitalmarkt setzt und damit höhere Renditen ermöglichen soll.
Einfacher Einstieg durch Standardprodukt
Ein zentrales Element der Reform ist die Einführung eines leicht verständlichen Basisprodukts mit begrenzten Verwaltungskosten. Dieses Angebot richtet sich insbesondere an Menschen mit geringem Einkommen, um ihnen den Zugang zur privaten Vorsorge zu erleichtern. Bereitgestellt werden soll es durch einen öffentlichen Anbieter. Zudem ist vorgesehen, künftig auch Selbstständige verpflichtend in das System einzubeziehen.
Kritik von Sozialverbänden
Der Sozialverband VdK äußerte Bedenken hinsichtlich der Reform. Aus Sicht des Verbands besteht die Gefahr, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger eine zusätzliche private Vorsorge finanziell nicht leisten können. Gerade für Menschen mit niedrigen Einkommen bleibe die gesetzliche Rente häufig die einzige verlässliche Absicherung im Alter und müsse daher weiterhin die zentrale Grundlage darstellen.
Zustimmung und Vorbehalte aus der Versicherungsbranche
Unterstützung kommt grundsätzlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Dessen Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen bezeichnete die geplante Reform im Deutschlandfunk als Chance für einen Neustart. Die bisherige Riester-Rente habe deutlich an Akzeptanz verloren. Gleichzeitig übte er Kritik an dem geplanten staatlichen Standardprodukt. Viele Details seien noch ungeklärt, zudem sehe er die problematische Doppelrolle des Staates, der sowohl Anbieter als auch Regulator sei.


