Rentenstreit in der Union: Merz mahnt Nachwuchs zu konstruktiver Beteiligung
Auf dem „Deutschlandtag“ der Jungen Union in Rust wandte sich Kanzler Merz (CDU) direkt an den Parteinachwuchs. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Er rief die jungen Mitglieder dazu auf, sich verantwortungsvoll in die Diskussion um das Rentenpaket einzubringen. „Ich möchte uns nicht in einem Unterbietungswettbewerb sehen: Wer bietet das niedrigste Rentenniveau“, sagte Merz. Mit einem solchen Ansatz ließen sich seiner Ansicht nach keine Mehrheiten gewinnen.
Konfliktpunkt: Rentenpläne der Koalition
Die schwarz-rote Bundesregierung arbeitet aktuell an einem neuen Rentenpaket – doch ausgerechnet die Nachwuchsorganisation der Union, ebenso wie die Junge Gruppe im Bundestag, stellt sich quer.
Im Gesetzentwurf, den das Kabinett bereits beschlossen hat, findet sich eine Passage, die für Kritik sorgt: Ab dem Jahr 2031 soll das Rentenniveau etwa einen Prozentpunkt über dem liegen, was bislang gesetzlich festgelegt ist. Die JU sieht darin einen nicht vereinbarten Schritt, der die öffentlichen Kassen zusätzlich mit rund 118 Milliarden Euro belasten würde.
Elemente aus Unionsvorschlägen enthalten
Trotz der Einwände enthält das Paket auch Forderungen aus der Union. Dazu zählt insbesondere die geplante erneute Anhebung der Mütterrente, die maßgeblich von der CSU vorangetrieben wurde. Die Koalitionspartner hatten vereinbart, das Rentenpaket nur als Gesamtpaket zu verabschieden. Sollte die Junge Gruppe die Haltelinie kippen, könnten somit sämtliche Bestandteile des Projekts ins Wanken geraten.
Distanz zur AfD bleibt klar
Neben der Rentenpolitik rückte beim Treffen der JU auch die AfD in den Fokus. Merz machte unmissverständlich deutlich, dass eine Zusammenarbeit für die Union nicht infrage kommt. „Nicht weil da eine Brandmauer zwischen uns steht – vergesst dieses Wort! Uns trennen Welten von dieser Partei“, erklärte er. „Wir haben mit denen nichts gemeinsam.“
Offenheit und klare Regeln
Merz betonte zudem, dass Deutschland unter seiner Führung weiterhin ein Land bleiben solle, das Zuwanderer:innen willkommen heißt. Gleichzeitig unterstrich er, dass irreguläre Migration entschieden bekämpft werden müsse.

