top of page

Schutz vor Kostenexplosion: So sollen die gesetzlichen Krankenkassen reformiert werden

  • vor 1 Tag
  • 1 Min. Lesezeit

Eine Fachkommission hat umfangreiche Vorschläge zur Neugestaltung der gesetzlichen Krankenversicherung vorgelegt. Ziel ist es, die stark steigenden Kosten zu begrenzen und weitere Beitragserhöhungen möglichst zu verhindern. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Insgesamt enthält der Bericht 66 Maßnahmen, deren finanzieller Umfang sich bereits im kommenden Jahr auf bis zu 42 Milliarden Euro belaufen könnte.


Wachsende Finanzierungslücke


Nach Berechnungen der Expertengruppe drohen erhebliche Defizite: Bereits im Jahr 2027 könnte ein Fehlbetrag von über 15 Milliarden Euro entstehen, sofern keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Bis 2030 würde sich diese Lücke sogar auf mehr als 40 Milliarden Euro ausweiten.


Einsparpotenziale im Gesundheitssystem


Die größten Einsparmöglichkeiten sieht die Kommission im Bereich der Arztpraxen, Krankenhäuser und bei Pharmaunternehmen. Ein zentraler Vorschlag besteht darin, dass die Vergütung in diesen Bereichen künftig nicht schneller wachsen soll als die Einnahmen der Kassen.


Höhere Beteiligung der Versicherten


Auch Versicherte könnten stärker zur Finanzierung beitragen. Konkret wird vorgeschlagen, die Zuzahlungen – beispielsweise für Medikamente – an die Inflation anzupassen. Diese Beträge sind seit 2004 weitgehend konstant geblieben. Künftig könnten Zuzahlungen von bis zu 15 Euro anfallen.


Politische Reaktionen und Ausblick


Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bewertete den rund 480 Seiten umfassenden Bericht grundsätzlich positiv, stellte jedoch klar, dass die Vorschläge nicht unverändert übernommen werden. Stattdessen kündigte sie ein eigenes „Gesamtpaket“ zur Reform der Krankenversicherung an. Dieses soll zeitnah vorgestellt und noch vor der Sommerpause im Kabinett beschlossen werden.

bottom of page