Studie zeigt: So monogam sind Menschen im Vergleich mit anderen Säugetieren
- Redaktion Mittagsmagazin

- 29. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Welchen Platz nimmt der moderne Mensch in der Welt der Paarungssysteme ein? Eine Untersuchung des Evolutionsanthropologen Mark Dyble von der Universität Cambridge kommt zu einem überraschenden Ergebnis. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
In Bezug auf die Treue liegt der Mensch irgendwo zwischen dem Eurasischen Biber und dem Weißhandgibbon.
Wie sich Treue erforschen lässt
Dyble analysierte Daten aus über hundert unterschiedlichen menschlichen Gesellschaften sowie 34 Säugetierarten. Dabei betrachtete er insbesondere den Anteil von Voll- und Halbgeschwistern innerhalb der jeweiligen Gruppen. Vollgeschwister haben dieselben Eltern und deuten damit auf eine feste Partnerbindung hin. Halbgeschwister dagegen entstehen, wenn ein Elternteil unterschiedliche Partner hat – ein Hinweis auf weniger strikte Monogamie. Zwar sind nicht alle Daten vollständig und durchgehend präzise, dennoch, so Dyble, sei dies die unmittelbarste Art, Paarungsmuster zu bestimmen.
Monogamie als vorherrschendes Muster
„Monogamie ist das dominante Paarungsmuster in unserer Spezies“, stellt Dyble fest. Während bei Menschen meist auf langfristige Partnerschaften gesetzt werde, sei dies bei den meisten anderen Säugetieren keineswegs die Regel. Nur etwa neun Prozent aller bekannten Säugetierarten lebten in monogamen Strukturen – der Großteil sei deutlich freizügiger unterwegs.
Gesellschaft durch Bindung
Dyble geht zudem davon aus, dass die menschliche Neigung zu stabilen Paarbeziehungen entscheidend zur Entwicklung komplexer sozialer Strukturen beigetragen hat. Durch eng verknüpfte Verwandtschaftsverbände seien kultureller Austausch und das Entstehen großer, organisierter Gesellschaften überhaupt erst möglich geworden. Monogamie könnte somit nicht nur für romantische Stabilität sorgen – sondern auch für den Fortschritt der gesamten Spezies.

