Tupac-Mord: Duane Davis nach fast 30 Jahren schuldig gesprochen
- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Rund 30 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des US-Rappers Tupac Shakur ist der ehemalige Gang-Anführer Duane Davis für schuldig befunden worden. Dem Verurteilten droht nun eine lebenslange Freiheitsstrafe. Mehr dazu in den VIP-News.
Shakur, der mit Songs wie „California Love“ und „Changes“ weltbekannt wurde, war am 7. September 1996 in Las Vegas in seinem Auto Ziel eines Anschlags. Sechs Tage nach der Schießerei erlag er im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Die Tat ereignete sich in einer Zeit, die von heftigen Konflikten zwischen der Rap-Szene der US-Ost- und Westküste geprägt war.
Anklage sieht Davis als Organisator
Die Ermittler und die Staatsanwaltschaft gingen davon aus, dass Davis eine zentrale Rolle bei dem Anschlag spielte. Der frühere Anführer der Straßengang South Side Compton Crips soll nach Angaben der Anklage die Vergeltungsaktion geplant und die Tatwaffe organisiert haben.
Davis war im Jahr 2023 in Las Vegas festgenommen worden. Gegen ihn wurde unter anderem Anklage wegen Mordes unter Einsatz einer tödlichen Waffe erhoben. Vor Gericht erklärte er sich jedoch für nicht schuldig.
Aussagen des Angeklagten rückten in den Fokus
Bereits vor seiner Festnahme hatte Davis in der Öffentlichkeit mehrfach über seine Verbindung zu dem Fall gesprochen. In Interviews sowie in seiner Autobiografie erklärte er, dass er sich in jenem weißen Cadillac befunden habe, aus dem die Schüsse auf Shakur abgegeben wurden. Er sei der einzige Insasse aus dem Auto, der noch lebe.
Für die eigentlichen Schüsse machte Davis allerdings seinen Neffen verantwortlich. Während eines Verhörs im Jahr 2008 erklärte er, dieser habe die tödliche Waffe abgefeuert.
Eigene Aussagen halfen den Ermittlern
Über viele Jahre hinweg hatte es offenbar nicht genügend Beweise gegeben, um den Fall vor Gericht zu bringen. Nach Einschätzung der Polizei lieferten schließlich auch öffentliche Äußerungen und frühere Aussagen von Davis wichtige Impulse für die weiteren Ermittlungen.
Sein Verteidiger Michael Sanft zeichnete dagegen ein anderes Bild. Davis sei ein Angeber und Lügner, der zahlreiche Geschichten erfunden habe, um daraus finanziellen Nutzen zu ziehen. Zudem kritisierte die Verteidigung, dass die Ermittlungen keine lückenlose und überzeugende Beweiskette ergeben hätten.
Prügelei nach Tyson-Kampf als möglicher Auslöser
Als Hintergrund der Tat gilt eine Auseinandersetzung, die sich nur wenige Stunden vor den Schüssen ereignet haben soll. Nach einem Boxkampf von Mike Tyson in Las Vegas sollen Shakur und mehrere Begleiter Orlando Anderson, den Neffen von Davis, angegriffen haben.
Anderson wurde später im Alter von 23 Jahren bei einer Schießerei mit einer anderen Gang getötet. Ermittler gingen davon aus, dass er ebenso wie Davis Verbindungen zu den South Side Compton Crips hatte.
Shakur wiederum war zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung gemeinsam mit Personen aus dem konkurrierenden Umfeld des Plattenlabels Death Row Records unterwegs.

