Umfrage zeigt: Arbeiten im Ausland gewinnt an Attraktivität
- vor 4 Tagen
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Immer mehr Beschäftigte in Deutschland ziehen eine berufliche Zukunft außerhalb des Landes in Betracht. Zu diesem Ergebnis kommt eine nicht-repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Appinio, die im Auftrag der Jobplattform Indeed durchgeführt wurde. Bereits rund ein Drittel der Befragten hat sich demnach konkret über Möglichkeiten im Ausland informiert. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
Warnsignal für den Standort Deutschland
Aus Sicht von Indeed-Ökonomin Virginia Sondergeld sollte die hohe Wechselbereitschaft auch als Hinweis auf bestehende Probleme verstanden werden. Sie erklärte: „Wenn jedoch zwei Drittel der Beschäftigten mit dem Weggang liebäugeln, sollte das auch als Zeichen für Unzufriedenheit mit den heimischen Standortbedingungen verstanden werden.“
Gleichzeitig betonte sie die Vorteile internationaler Mobilität und ergänzte: „Politik und Arbeitgeber sollten diese Signale ernst nehmen: Im Dialog mit den Beschäftigten gilt es, Anreize für die Arbeit in Deutschland neu zu setzen, Arbeitsbedingungen zu verbessern und Talenten so echte Gründe zum Bleiben zu bieten.“
Höhere Einkommen fördern die Auslandsorientierung
Besonders stark ausgeprägt ist das Interesse an einer Tätigkeit im Ausland bei Menschen mit hohem Einkommen. Unter Haushalten mit mehr als 6.000 Euro Nettoeinkommen beschäftigt sich etwa jede zweite Person bereits aktiv mit Stellenangeboten im Ausland oder hat dort schon Bewerbungen eingereicht.
Ein dauerhafter Abschied von Deutschland ist für die meisten jedoch nicht geplant. Viele können sich vielmehr einen zeitlich begrenzten Aufenthalt vorstellen, der von einigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren reichen kann.
Grundlage der Untersuchung
Für die Studie befragte Appinio im Mai insgesamt 1.000 Erwerbstätige in Deutschland im Alter zwischen 16 und 66 Jahren. Die Zusammensetzung der Teilnehmenden war dabei ausgeglichen: Etwa die Hälfte der Befragten waren Frauen.
Junge Generation blickt verstärkt ins Ausland
Auch bei jungen Menschen nimmt die Offenheit für einen Lebensmittelpunkt außerhalb Deutschlands zu. Nina Kolleck, Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie an der Universität Potsdam sowie Mitverfasserin einer Studie zu diesem Thema, sagte gegenüber der Berliner Zeitung: „Viele junge Menschen fragen sich inzwischen ganz konkret, ob sie ihre Zukunft noch in Deutschland sehen.“
Zudem warnte sie vor den Folgen mangelnder Aufmerksamkeit gegenüber den Anliegen junger Menschen: „Wenn wir die Anliegen junger Menschen nicht ernst nehmen, übersehen wir, dass sie unsere Zukunft sind und riskieren angesichts des Fachkräftemangels, wichtige Potenziale zu verlieren.“

