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Vor dem Aus: Deutschlands größte Suchtklinik für Jugendliche schließt Ende Juni

12. Mai
1 Min. Lesezeit

Für die bundesweit größte Suchteinrichtung für Kinder und Jugendliche im niedersächsischen Ahlhorn steht das Aus fest: Zum 30. Juni wird der Betrieb eingestellt. Hintergrund sind anhaltende finanzielle Probleme, die nach Angaben der Verantwortlichen nicht mehr aufgefangen werden können. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Finanzierung reicht nicht aus


Die Leitung der Dietrich Bonhoeffer Klinik hatte bereits mehrfach auf die wirtschaftliche Schieflage hingewiesen. Nach Angaben des Trägers entstehen täglich Kosten von rund 520 Euro pro behandelter Person. Von der Deutschen Rentenversicherung würden jedoch lediglich 320 Euro übernommen – zu wenig, um den Betrieb dauerhaft aufrechtzuerhalten.


Neues Konzept am Standort geplant


Auch wenn die Klinik schließt, soll das Gelände weiterhin für therapeutische und pädagogische Angebote genutzt werden. Der Vorstandsvorsitzende des Leinerstifts, Wolfgang Vorwerk, erklärte dazu: „Wir werden das Wohnen, die Betreuung, die pädagogische Betreuung in die Jugendhilfe überführen.“ Künftig soll die Finanzierung nicht mehr über die Rentenversicherung laufen, sondern über die zuständigen Kommunen der betroffenen Jugendlichen.


Versorgung soll teilweise erhalten bleiben


Zusätzlich habe das Klinikum Oldenburg zugesichert, die ambulante kinder- und jugendpsychiatrische Betreuung künftig zu übernehmen. Dennoch machte Vorwerk deutlich, dass die geplanten Maßnahmen die bisherige Einrichtung nicht vollständig ersetzen könnten. Die neuen Angebote seien „kein adäquater Ersatz“.


Wegfall zahlreicher Therapieplätze


Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, sieht in der Schließung ein ernstes Problem für die Versorgung junger Suchterkrankter. Nach seinen Angaben existieren deutschlandweit lediglich 85 spezialisierte Therapieplätze für Kinder und Jugendliche – allein 60 davon befanden sich bislang in Ahlhorn. Die Deutsche Rentenversicherung spreche zwar von insgesamt 450 verfügbaren Plätzen bundesweit, lege jedoch nach Aussage Streecks weder nachvollziehbare Zahlen noch konkrete Klinikstandorte offen.

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