Wenn das Herz bricht: Wie ihr euren Teenager nach der ersten Trennung einfühlsam begleiten könnt
- vor 3 Stunden
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Eine erste Trennung trifft Jugendliche oft mit voller Wucht – und Eltern gleich mit. Du möchtest trösten, helfen und schützen, gleichzeitig aber nicht kontrollierend wirken.
Mehr dazu heute in #MOMMYTIME.
Genau darin liegt die Kunst. Die folgenden Impulse zeigen dir, wie du dein Kind begleiten kannst, ohne seine Selbstständigkeit zu untergraben.
Zwischen Kindheit und Erwachsensein
Vielleicht kommt dich das Liebeschaos unerwartet. Dein Teenager ist gefühlt viel schneller erwachsen geworden, als du es damals warst – und in deinem Kopf ist er oder sie immer noch „das Kind“. Kein Wunder, dass dein Inneres da hinterherhinkt. Doch unabhängig davon, wie überraschend die Beziehung oder die Trennung für dich war: Für dein Kind ist der Schmerz real und neu.
Was deinem Teenager jetzt wirklich hilft
1. Gefühle ernst nehmen – ohne sie zu relativieren
Herzschmerz tut weh. Punkt. Wenn dein Kind darüber sprechen möchte, höre aufmerksam zu und bestätige das Erlebte. Einfühlsame Sätze wie„Das klingt sehr schmerzhaft“ oder „Ich sehe, wie sehr dich das mitnimmt“wirken stärkender als gut gemeinte Beschwichtigungen. Vergleiche mit deiner eigenen Jugend oder Verharmlosungen helfen in diesem Moment nicht weiter.
2. Raum für emotionale Achterbahn lassen
Tränen, Wut, Drama, Rückzug – all das gehört zu einer Trennung dazu, besonders zur ersten. Auch intensive oder widersprüchliche Gefühle sind normal. Ermutige dein Kind, diese Emotionen zuzulassen, statt sie wegzudrücken. Trauer ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wichtiger Schritt zur Verarbeitung.
3. Begleiten statt belehren
Ratschläge können schnell als Einmischung empfunden werden. Frag lieber nach, ob dein Teenager deine Meinung hören möchte. Und falls die Antwort „nein“ lautet, respektiere das – auch wenn es dir schwerfällt. Allein das Wissen, dass du verfügbar wärst, gibt Sicherheit.
4. Präsenz zeigen, auch ohne viele Worte
Manche Jugendliche sprechen wenig über ihren Liebeskummer – vor allem mit den Eltern. Bleib trotzdem zugewandt. Kurze Nachfragen, ein gemeinsames Essen oder einfach stilles Dabeisein senden die wichtige Botschaft: Ich bin da. Wenn Gespräche mit dir gerade nicht möglich sind, ermutige dein Kind sanft, sich Freund:innen anzuvertrauen.
5. Digitale Grenzen gemeinsam bedenken
Ein oft unterschätzter Aspekt: soziale Medien. Trennungen werden schnell online sichtbar – manchmal zu schnell. Sprich ruhig darüber, welche Folgen impulsive Posts oder öffentliche Abrechnungen haben können. Eine bewusste Social-Media-Pause kann helfen, Verletzungen und spätere Reue zu vermeiden.Wichtig: Erkläre deine Gedanken offen und mach klar, dass es um Schutz geht, nicht um Kontrolle.
6. Kleine Inseln der Ablenkung schaffen
Dauerndes Grübeln verstärkt den Schmerz. Gemeinsame Aktivitäten können wohltuende Pausen bieten: ein Spaziergang, ein Filmabend, Kochen oder ein Ausflug. Gleichzeitig hilft ein strukturierter Alltag dabei, nach intensiven Trauertagen langsam wieder Boden unter den Füßen zu bekommen.
7. Wachstum statt nur Schmerz sehen
So schwer es fällt: Liebeskummer gehört zum Leben dazu. Dein Kind sammelt gerade wichtige Erfahrungen im Umgang mit Nähe, Verlust und Selbstwert. Auch wenn du mitleidest – erinnere dich daran, dass diese Phase nicht nur wehtut, sondern auch stärkt.



