Wohneigentum in weiter Ferne: Warum junge Menschen immer länger auf das eigene Zuhause warten
Für viele junge Erwachsene in Deutschland wird der Wunsch nach einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Haus immer unrealistischer. Darauf macht eine aktuelle Untersuchung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft aufmerksam. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Ein immer längerer Weg zum Eigenheim
Im Vergleich zu früheren Generationen hat sich der Zeitraum bis zum Immobilienkauf deutlich verlängert. Während Menschen in den 1980er-Jahren im Schnitt gut dreieinhalb Jahresgehälter für ein Haus aufbringen mussten, kletterte dieser Wert während des jüngsten Immobilienbooms zeitweise auf das Siebenfache. Selbst jetzt liegt der Preis noch bei über fünf Jahreseinkommen.
Warum Kaufen so schwer geworden ist
Der Hauptgrund liegt im stark gestiegenen Eigenkapitalbedarf. Dieser ergibt sich vor allem aus den hohen Immobilienpreisen der vergangenen Jahre sowie aus höheren Grunderwerbsteuern. Die laufenden Kosten durch Zinsen und Tilgung fallen dabei weniger ins Gewicht als oft angenommen.
Abhängigkeit von Familie wächst
Immer häufiger können junge Menschen Wohneigentum nur mit finanzieller Hilfe aus dem familiären Umfeld erwerben. Erbschaften und Schenkungen spielen eine entscheidende Rolle und bestimmen zunehmend, wer sich Eigentum leisten kann – und wer nicht.
Folgen für Gesellschaft und Politik
Aus Sicht der Forschenden verschärft diese Entwicklung soziale Ungleichheiten und stellt die Generationengerechtigkeit infrage. Um gegenzusteuern, fordern sie niedrigere Hürden beim Immobilienerwerb, etwa durch eine Reduzierung der Grunderwerbsteuer.

