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Achtsamkeit im Alltag: Warum Weinen der Seele gut tut

10. Sept.
2 Min. Lesezeit

Weinen wird oft als Ausdruck von Schwäche gesehen. Tatsächlich kann es jedoch eine wichtige Funktion für unsere emotionale Regulation und unsere sozialen Beziehungen haben. Entscheidend ist allerdings immer die Situation, in der wir weinen.


Mehr dazu heute in GEFÜHLSSACHE.


Was Tränen bewirken können


1. Emotionen dürfen heraus

Trauer, Frust, Überforderung oder Hilflosigkeit können sich über längere Zeit anstauen. Weinen kann dabei helfen, diese Gefühle bewusst zuzulassen und emotional zu verarbeiten. Es ist somit ein möglicher Bestandteil eines gesunden Umgangs mit starken Emotionen.


2. Tränen können Nähe schaffen

Wer weint, zeigt einen verletzlichen und authentischen Teil von sich. Gerade in einem sicheren Umfeld kann diese Offenheit Vertrauen fördern und Beziehungen enger machen. Sich gesehen und verstanden zu fühlen, kann dabei besonders wohltuend sein.


3. Der Körper kann danach zur Ruhe kommen

Emotionales Weinen steht mit körperlichen Entspannungsprozessen in Verbindung. Das parasympathische Nervensystem, das unter anderem für Erholung und Regeneration zuständig ist, kann dabei stärker in den Vordergrund treten. Dadurch kann sich angestaute Anspannung allmählich lösen.


4. Tränen können ein Signal an andere sein

Weinen kommuniziert häufig etwas, ohne dass wir es aussprechen müssen: „Mir geht es gerade nicht gut.“ Bei unserem Gegenüber kann das Mitgefühl, Fürsorge und den Wunsch nach Unterstützung auslösen.


5. Auch körpereigene Botenstoffe spielen eine Rolle

Emotionales Weinen wird mit der Ausschüttung beziehungsweise Regulation verschiedener Botenstoffe in Verbindung gebracht. Unter anderem können Oxytocin und Endorphine zu einem Gefühl von Beruhigung, Nähe oder einer nachlassenden Schmerzempfindung beitragen.


Warum man sich danach nicht immer besser fühlt


Der bekannte „befreiende“ Effekt tritt nicht zwingend sofort ein. Direkt nach dem Weinen können wir uns erschöpft, aufgewühlt oder sogar schlechter fühlen. Eine mögliche Entlastung stellt sich bei vielen Menschen erst nach einer gewissen Zeit ein.


Auch das Umfeld macht einen Unterschied: Wer während oder nach dem Weinen Verständnis und Unterstützung erfährt, erlebt die Situation häufig anders als jemand, der sich damit allein gelassen fühlt.


Wenn Weinen zur dauerhaften Belastung wird


Gelegentlich stark zu weinen ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Wenn Tränen jedoch sehr häufig, kaum kontrollierbar auftreten oder mit einer anhaltenden psychischen Belastung einhergehen, kann es sinnvoll sein, genauer hinzuschauen. Auch Depressionen oder Angststörungen können sich unter anderem durch vermehrtes Weinen zeigen.

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