Adipositas in Deutschland: Wissenschaft fordert konsequentes politisches Handeln gegen eine wachsende Epidemie
- Redaktion Mittagsmagazin

- 22. Jan.
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Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat eine ausführliche Stellungnahme vorgelegt, die sich mit der wachsenden Verbreitung von starkem Übergewicht in Deutschland auseinandersetzt. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Das Papier trägt den Titel „Prävention stärken & neue Therapieansätze nutzen: Wie lässt sich die Adipositas-Epidemie eindämmen?" und richtet sich mit klaren Forderungen an Politik und Gesellschaft.
Ausmaß des Problems
Die Zahlen zeichnen ein besorgniserregendes Bild: In Deutschland ist rund jedes sechste Kind von Adipositas betroffen. Bei Erwachsenen liegt der Anteil sogar bei etwa 25 Prozent. Insgesamt gelten rund zwei Drittel der Männer sowie jede zweite Frau als übergewichtig. Die Leopoldina fasst diese Entwicklung unmissverständlich zusammen: „In Deutschland gibt es eine Adipositas-Epidemie.“
Prävention ohne durchschlagenden Erfolg
Obwohl in den vergangenen Jahren zahlreiche Programme und Maßnahmen zur Vorbeugung eingeführt wurden, zeigen diese bislang kaum Wirkung. Die Häufigkeit der Erkrankung stagniert nicht nur auf hohem Niveau, sondern nimmt weiter zu. Entsprechend kritisch fällt die Bewertung der bisherigen Strategie aus: „Die Wirksamkeit der bisherigen politischen Anstrengungen und Strategien ist daher fraglich.“
Hohe Kosten für Gesellschaft und Wirtschaft
Neben den gesundheitlichen Folgen weist die Akademie auch auf die enormen finanziellen Belastungen hin. Krankheiten, die mit Adipositas und Übergewicht zusammenhängen, verursachen jedes Jahr volkswirtschaftliche Kosten von rund 113 Milliarden Euro. Das entspricht etwa 2,6 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts – ein Betrag, der die Dringlichkeit wirksamer Gegenmaßnahmen zusätzlich unterstreicht.



