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Aggression auf der Straße: Warum der Ton im deutschen Verkehr rauer wird

  • vor 2 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Im deutschen Straßenverkehr häufen sich offenbar Situationen, in denen sich Menschen gegenseitig bedrängen, riskant überholen oder verbal anfeinden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Kirstin Zeidler, Leiterin der UDV, sieht darin eine klare Entwicklung: „Der Trend ist klar: Die Gruppe derer, die aggressives Verhalten zeigt, nimmt zu.“ Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Radverkehr als besonderer Konfliktpunkt


Vor allem dort, wo Fahrräder und Autos aufeinandertreffen, besteht laut der Untersuchung Handlungsbedarf. An Kreuzungen könnten getrennte Ampelphasen für beide Verkehrsarten dazu beitragen, gefährliche Begegnungen zu reduzieren. Darüber hinaus wird ein dichteres Netz von Straßen vorgeschlagen, die ausschließlich oder vorrangig dem Radverkehr zur Verfügung stehen.


Sicherheitsgefühl bleibt überraschend hoch


Trotz der zunehmenden Spannungen auf den Straßen bewerten die meisten Befragten ihre persönliche Sicherheit weiterhin positiv. 58 Prozent fühlen sich demnach „sicher“ oder „sehr sicher“. Gegenüber der letzten Erhebung aus dem Jahr 2023 entspricht das einem Anstieg um zwei Prozentpunkte.


Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Ältere Menschen schätzen die Verkehrssituation tendenziell als sicherer ein als jüngere. Die UDV führt dies unter anderem auf deren größere Erfahrung im Straßenverkehr zurück. Auch zwischen den Geschlechtern gibt es Unterschiede: Männer geben häufiger an, sich sicher zu fühlen als Frauen.


Welche Regeln wünschen sich die Menschen?


Bei möglichen Maßnahmen gegen problematisches Verhalten gibt es unter den Befragten unterschiedliche Zustimmungswerte. Eine Mehrheit von mehr als 60 Prozent befürwortet beispielsweise ein allgemeines Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen.


Für eine Begrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde innerhalb von Städten gibt es dagegen keine Mehrheit. Nur knapp 43 Prozent unterstützen diese Forderung. Besonders großen Rückhalt findet hingegen eine Null-Promille-Regelung für Autofahrerinnen und Autofahrer.


Mehr Kontrollen gefordert


Die UDV plädiert außerdem für konsequentere Kontrollen und strengere Konsequenzen bei Verkehrsverstößen. Nach Einschätzung der Befragten sind Polizeikontrollen allerdings für viele keine regelmäßige Erfahrung. Etwa sechs von zehn Personen sagen, sie seien entweder noch nie kontrolliert worden oder die letzte Kontrolle liege bereits mehrere Jahre zurück.


Die Unfallforschung bringt deshalb unter anderem einen häufigeren Einsatz sogenannter Handyblitzer ins Gespräch, um die Nutzung von Mobiltelefonen am Steuer stärker zu überwachen.


Experten sehen Politik und Planung in der Pflicht


Um der zunehmenden Aggressivität entgegenzuwirken, seien nach Ansicht der UDV nicht allein die Verkehrsteilnehmenden gefordert. Auch Fachleute aus Verkehrsplanung und Verkehrspsychologie müssten Lösungen entwickeln, die den wachsenden Verkehr und die damit verbundenen Konflikte berücksichtigen.

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