Alterskontrollen im Netz: EU kritisiert Social-Media-Plattformen und fordert strengere Maßnahmen
- vor 17 Stunden
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Offiziell dürfen Jugendliche Dienste wie Instagram und Facebook erst ab 13 Jahren nutzen. Doch laut Einschätzung der EU-Kommission entspricht das nicht der tatsächlichen Nutzung. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
„Beim Erstellen eines Kontos können Minderjährige unter 13 Jahren ein falsches Geburtsdatum eingeben“, erklärte die Kommission. Aus Sicht der Behörde fehlen bislang „wirksame Kontrollen“, um solche Angaben zuverlässig zu überprüfen. Meta hat angekündigt, kurzfristig Anpassungen vorzunehmen – andernfalls könnten finanzielle Sanktionen folgen.
Geplante Lösungen und politische Initiativen
Parallel dazu arbeitet die EU an einer technischen Lösung: Eine App zur Altersverifikation soll in den nächsten Monaten einsatzbereit sein. Mehrere Mitgliedstaaten planen zudem strengere gesetzliche Regelungen. Diskutiert wird unter anderem ein Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige, wobei ebenfalls auf die geplante App zurückgegriffen werden soll.
Laufende Untersuchungen gegen Meta
Bereits seit rund zwei Jahren steht Meta im Fokus eines Verfahrens wegen möglicher Verstöße gegen das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA). Neben den unzureichenden Alterskontrollen kritisiert die Kommission insbesondere die Funktionsweise der Plattformen. Ihnen wird vorgeworfen, mit gezielt gestalteten Algorithmen die Aufmerksamkeit der Nutzer möglichst lange zu binden und dadurch insbesondere junge Menschen negativ zu beeinflussen. In diesem Punkt sind die Ermittlungen jedoch noch nicht abgeschlossen.
Weitere Verfahren und bisherige Konsequenzen
Auch andere Plattformen stehen unter Beobachtung: Die Kommission hat vergleichbare Vorwürfe bereits gegen Tiktok sowie verschiedene Pornoseiten erhoben. Zusätzlich laufen Verfahren gegen Snapchat und Youtube. Trotz der inzwischen mehr als zweieinhalb Jahre seit Inkrafttreten des DSA wurde bislang erst eine Strafe verhängt – diese betraf die Plattform X aufgrund unzureichender Transparenz.


