Altkleider und Textilmüll: Umweltminister will Fast-Fashion-Hersteller an Entsorgungskosten beteiligen
- Redaktion Mittagsmagazin

- 11. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) plant, die wachsenden Mengen an Altkleidern stärker zu regulieren. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Künftig sollen insbesondere Anbieter günstiger Mode finanziell stärker in die Verantwortung genommen werden. Ziel ist es, die Kosten für Sammlung, Recycling und Entsorgung von Textilien besser zu decken. „Auch bei uns in Deutschland führt Fast Fashion zu einem extremen Müllproblem“, sagte Schneider der "Rheinischen Post" von Samstag.
Altkleidersystem am Limit
Nach Einschätzung des Ministers ist das bisherige Modell der Altkleidersammlung nicht mehr tragfähig. Die bestehenden Strukturen seien mit den heutigen Mengen überfordert. „Unser über Jahrzehnte bestehendes System der Altkleidersammlung funktioniert nicht mehr. Die Container werden mit dem Billigklamottenberg überfüllt und die Betreiber werden ihn nicht mehr los.“
Wegwerfmentalität mit gravierenden Folgen
Viele Konsument:innen unterschätzten laut Schneider die Auswirkungen ihres Kaufverhaltens. Die schnelle Bestellung und ebenso schnelle Entsorgung von Kleidung habe ernste Konsequenzen für Umwelt und Kommunen. Vielen Verbraucher:innen sei das Problem nicht bewusst, doch „die Folgen dieser Bestell-und-Wegwerf-Mentalität sind wirklich dramatisch“, sagte Schneider weiter.
Hersteller sollen Entsorgung mitfinanzieren
Um gegenzusteuern, will der Minister eine verpflichtende Kostenbeteiligung für Modeunternehmen einführen. Voraussetzung für den Verkauf von Kleidung in Deutschland soll künftig eine Registrierung sein, verbunden mit einer Abgabe für die spätere Entsorgung. Er wolle nun erreichen, „dass die Hersteller sich an den Entsorgungskosten beteiligen müssen. Alle, die bei uns Kleidung verkaufen wollen, müssen sich registrieren und ihren Anteil für die ordnungsgemäße Entsorgung zahlen.“
Auswirkungen auf Preise und Recycling
Durch die geplanten Maßnahmen könnten sich günstige Kleidungsstücke – etwa von Anbietern wie Shein, Zara oder Primark – leicht verteuern. Gleichzeitig erhofft sich das Ministerium zusätzliche Mittel für die Wiederverwertung von Textilien. „Vor allem gibt es dann aber neue Finanzquellen für Recycling und Entsorgung von Altkleidern“, sagte Schneider. Er wolle bis zum Sommer einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen.
Weniger Billigimporte als Schlüssel
Langfristig sieht Schneider vor allem im reduzierten Konsum preiswerter Importware einen zentralen Hebel. Insbesondere Lieferungen aus China stünden dabei im Fokus. „Der wichtigste Teil der Lösung ist, weniger von diesen Billigpaketen aus China zu kaufen“, führte der Minister aus. Um dies zu erreichen, sei bereits auf EU-Ebene ein Zoll-Aufschlag von 3 Euro pro Paket beschlossen worden.


