Arbeitsmarkt im Winter: Mehr als drei Millionen Arbeitslose und kaum Bewegung bei Jobs und Ausbildung
- Redaktion Mittagsmagazin

- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Zu Beginn des Jahres überschritt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland erneut die Drei-Millionen-Marke. Im Januar waren 3,085 Millionen Menschen ohne Beschäftigung. Das sind 177.000 mehr als noch im Dezember 2025. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit handelt es sich um den höchsten Januarwert seit mehr als zehn Jahren. Parallel dazu stieg die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte auf nun 6,6 Prozent.
Kaum Bewegung bei Jobs und Stellenangeboten
Als Hauptursache für den Anstieg nennt die Bundesagentur für Arbeit saisonale Effekte. Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles dämpfte zugleich die Erwartungen an eine rasche Erholung: „Derzeit gibt es nur wenig Dynamik am Arbeitsmarkt“.
Diese Einschätzung spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Die bei den Arbeitsagenturen gemeldeten freien Stellen gingen auf 598.000 zurück. Das sind 34.000 weniger als vor einem Jahr. Bereits im August 2025 war die Arbeitslosenzahl kurzzeitig über drei Millionen gestiegen – ein Niveau, das zuvor mehr als ein Jahrzehnt lang nicht erreicht worden war.
Arbeitslosengeld und Bürgergeld im Vergleich
Im Januar bezogen laut Statistik 1,142 Millionen Personen Arbeitslosengeld. Demgegenüber standen 3,826 Millionen erwerbsfähige Empfänger:innen von Bürgergeld. In dieser Zahl sind allerdings auch Menschen enthalten, die zwar arbeiten, deren Einkommen jedoch nicht ausreicht und daher auf ergänzende Leistungen angewiesen sind.
Warum der Januar traditionell schwach ist
Der Jahresbeginn gilt regelmäßig als schwierige Phase für den Arbeitsmarkt. Zum Ende des Jahres laufen viele befristete Verträge aus. Gleichzeitig reduzieren wetterabhängige Branchen wie Bauwirtschaft, Landwirtschaft oder Tourismus ihre Beschäftigung. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen Neueinstellungen auf den Jahreswechsel verschieben.
Schwierige Lage für Ausbildungsplatzsuchende
Auch auf dem Ausbildungsmarkt zeigte sich im Januar ein angespannter Zustand. Rund 64.000 junge Menschen waren bei den Arbeitsagenturen als ausbildungssuchend gemeldet. Davon verfügten 23.000 zwar über Ausweichmöglichkeiten, suchten aber weiterhin nach einem Ausbildungsplatz. 41.000 hatten nach Einschätzung der Agenturen noch keinerlei Zusage. Fachleute gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, da sich nicht alle Bewerber:innen offiziell bei den Arbeitsagenturen registrieren.



