Arbeitsmarkt: Neue Reformideen sollen Fachkräftemangel eindämmen
- Redaktion Mittagsmagazin

- vor 7 Tagen
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In der Diskussion über Wege aus dem Fachkräftemangel rücken steuerliche und arbeitsmarktpolitische Rahmenbedingungen stärker in den Mittelpunkt. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) plädiert dafür, bestehende Strukturen wie das Ehegattensplitting und die Regelungen zu Minijobs grundlegend zu überarbeiten. Eine Abschaffung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit sieht man dort hingegen nicht als wirksames Mittel. „Die Abschaffung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit würde den Fachkräftemangel in Deutschland nicht lösen“, sagte Katharina Wrohlich vom DIW.
Unterschiedliche Einschätzungen der Experten
Vom Institut der Wirtschaft (IW) kommt eine andere Gewichtung. Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer betonte, dass Beschäftigte angesichts der angespannten Lage am Arbeitsmarkt bereits heute über eine starke Verhandlungsposition verfügten – auch ohne gesetzliche Garantien. Gleichzeitig machte er deutlich, dass einzelne Maßnahmen nicht ausreichen würden. Notwendig seien zusätzlich bessere Betreuungsangebote für Kinder sowie eine deutliche Entlastung bei Steuern und Abgaben, damit sich längere Arbeitszeiten für Arbeitnehmer tatsächlich rechneten.
Steuerliche Fehlanreize im Blick
Nach Ansicht des DIW fördert das derzeitige Steuersystem Teilzeitmodelle, die einer Ausweitung der Arbeitszeit entgegenstehen. Begünstigt werde vor allem das Modell, bei dem ein Partner voll arbeitet, während der andere – häufig Frauen – nur geringfügig beschäftigt ist. Änderungen beim Ehegattensplitting und bei Minijobs könnten laut DIW dazu beitragen, dass sich Mehrarbeit finanziell stärker lohnt, insbesondere für verheiratete Frauen.
Unterstützung aus internationaler Perspektive
Auch auf internationaler Ebene wird Reformbedarf gesehen. Die OECD spricht sich ebenfalls für Anpassungen im deutschen Steuer- und Transfersystem aus. „Dazu gehört eine Reform des Ehegattensplittings sowie eine Beschränkung der Minijobs auf Studenten und Schüler“, sagte der Deutschland-Experte der OECD, Robert Grundke.



