Auf Weltwirtschaftsforum: Grönland-Streit und Zollandrohungen verschärfen transatlantische Spannungen
- Redaktion Mittagsmagazin

- 20. Jan.
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Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos rief Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu einer klaren und geschlossenen Reaktion auf mögliche Zollmaßnahmen der USA auf. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Auch aus Brüssel kamen deutliche Signale: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte in ihrer Ansprache klar, dass die Europäische Union auf Drohungen vorbereitet sei und entsprechend reagieren werde. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das Treffen durch eine angekündigte Rede von US-Präsident Donald Trump, die vor dem Hintergrund des Streits um Grönland mit großer Spannung erwartet wird.
Grönland-Frage belastet transatlantische Beziehungen
Die dänische Regierung hält weiterhin unmissverständlich an ihrer Ablehnung einer Übernahme Grönlands durch die Vereinigten Staaten fest. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen unterstrich diese Haltung mit klaren Worten: „Ich werde Grönland nicht preisgeben“. Gleichzeitig kündigte sie an, die militärische und politische Präsenz in der Arktis ausbauen zu wollen. Dabei setze Dänemark auf enge Abstimmung mit Partnern: „Wir sind rund um die Uhr im Dialog mit den Verbündeten in Europa und anderswo.“
Frederiksen machte zudem deutlich, dass ein Handelskonflikt zwischen verbündeten Staaten aus ihrer Sicht kontraproduktiv wäre. Dennoch ließ sie keinen Zweifel daran, dass Europa reagieren müsse, falls Washington neue Zölle einführt:„Aber wenn die USA Zölle erheben, müssen wir eine Antwort finden.“
Großbritannien plädiert für Beruhigung
Aus London kamen moderatere Töne. Die britische Finanzministerin Rachel Reeves sprach sich in Davos ausdrücklich für einen Abbau der Spannungen aus. Bei einer Veranstaltung von Bloomberg erklärte sie: „Wir wollen unbedingt deeskalieren“. Zugleich verwies sie auf das Selbstbestimmungsrecht der Insel: „Die Zukunft Grönlands liegt bei den Menschen in Grönland.“
Warnung aus Washington
Der neue US-Finanzminister Scott Bessent richtete in Davos eine klare Botschaft an die europäischen Staaten. Er mahnte eindringlich davon ab, auf mögliche US-Schritte mit Gegenmaßnahmen zu reagieren: „Ich sage allen: Lehnen Sie sich zurück. Atmen Sie tief durch. Üben Sie keine Vergeltung“. Stattdessen rief er die europäischen Partner zu mehr Gelassenheit und Gesprächsbereitschaft auf und warb für eine insgesamt „offene Haltung“ im Umgang mit den aktuellen Konflikten.



