top of page

Bahn unter Druck: Minister will schlechte Pünktlichkeit an Manager-Boni koppeln

  • vor 4 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) möchte die Führung der Deutschen Bahn stärker für die Leistung des Konzerns in die Verantwortung nehmen. Besonders die anhaltend schlechte Pünktlichkeit soll Konsequenzen haben: Werden die vom Bund festgelegten Ziele verfehlt, könnten die Bonuszahlungen der Bahnmanager gekürzt werden. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


„Ich will, dass wir eine spürbare Verbesserung bei der Bahn erreichen, was die Pünktlichkeit anbelangt. Die bisherigen Werte sind völlig unzureichend“, so der CDU-Politiker. „Es wird sich konkret auf die Bonuszahlungen von Bahnmanagern auswirken, wenn die Ziele, die der Bund vorgibt, nicht eingehalten werden.“


Neue Regeln für Milliarden aus Berlin


Auch bei der Finanzierung der Schieneninfrastruktur will der Bund künftig genauer hinschauen. Derzeit wird eine neue Vereinbarung mit der Deutschen Bahn vorbereitet. Darin soll festgelegt werden, welche Summen der Staat für den Ausbau und Erhalt des Schienennetzes bereitstellt.


Geplant ist, die Auszahlung dieser Mittel stärker an konkrete Bedingungen zu knüpfen. Damit würde die Finanzierung des Staatskonzerns stärker mit der Erreichung bestimmter Leistungsziele verbunden.


70 Prozent Pünktlichkeit bis 2029


Eine vollständig pünktliche Bahn hält Bilger kurzfristig allerdings nicht für erreichbar. Für den Fernverkehr sei zunächst eine deutlich niedrigere Zielmarke - 70 Prozent - vereinbart.


Die Realität liegt derzeit deutlich darunter. Im ersten Halbjahr erreichten nach Angaben des Ministers lediglich rund 60 Prozent der Fernverkehrszüge ihr Ziel pünktlich. Während der besonders heißen Sommermonate verschlechterte sich die Situation zusätzlich.


Besonders deutlich wurde das auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin: Zwischen Mitte Juni und Mitte Juli 2026 waren laut einem Bericht der „Bild“ nur 25,8 Prozent der Fernzüge pünktlich.


Scharfe Kritik aus der Bahnführung


Auch innerhalb des Konzerns wächst der Unmut über die bestehenden Probleme. Bahnchefin Evelyn Palla hatte zuletzt ungewöhnlich deutliche Kritik an den Zuständen im Unternehmen geäußert.


Sie sprach dabei von einer „organisierte[n] Verantwortungslosigkeit“ im Management und stellte damit auch die Verantwortungsstrukturen innerhalb des Konzerns infrage.


Die Forderung nach einer stärkeren Verknüpfung von Leistung und Vergütung ist dabei nicht neu: Bereits Bilgers Vorgänger Schnieder hatte einen ähnlichen Ansatz verfolgt.

bottom of page