Drohnenfund in Leipzig: US-Erkenntnisse deuten auf mögliche Verbindung zu Russland hin
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Der Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle sorgt weiter für Aufsehen. Neue Informationen aus den USA legen nun einen möglichen Zusammenhang mit Russland nahe. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Nach Angaben des „Wall Street Journal“ gehen US-Beamt, die mit Geheimdienstinformationen vertraut sind, davon aus, dass die Drohne wahrscheinlich der russischen Regierung zuzuordnen ist. Auch CNN berichtet über entsprechende Erkenntnisse. Dem Sender zufolge erklärte ein US-Verteidigungsbeamter in Europa, die USA seien zu der Einschätzung gelangt, dass ein russischer Nachrichtendienst hinter der Drohne stehe.
Auch in Deutschland wird Russland verdächtigt
Die Vermutung einer russischen Beteiligung war bereits zuvor von deutschen Politiker geäußert worden. Der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter sowie die Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge hatten Russland als möglichen Verantwortlichen genannt.
Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler äußerte sich im ARD/ZDF-Morgenmagazin ebenfalls entsprechend: „Entweder war das Russland, oder jemand wollte, dass es so aussieht, als wenn das Russland gewesen wäre.“
Während zahlreiche Fachleute einen Zusammenhang mit Russland für möglich halten, gibt sich die Bundesregierung bislang zurückhaltend und vermeidet eine eindeutige öffentliche Zuordnung.
Ermittlungen der Bundesanwaltschaft
Parallel dazu laufen strafrechtliche Ermittlungen. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe untersucht den Verdacht, dass eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt werden sollte und zugleich ein gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr vorlag.
Die Drohne war am Flughafen Leipzig/Halle unweit ukrainischer Transportmaschinen entdeckt worden. Sie war mit Sprengstoff und einem Zünder ausgestattet. Ein Mitarbeiter des Flughafens brachte das Fluggerät schließlich zum Absturz.
Kurz darauf kam es zu einem weiteren Zwischenfall: Ein Flugzeug musste aufgrund der Sperrung durchstarten und stieß dabei mit einem bislang nicht identifizierten kleineren Flugobjekt zusammen. Nach ersten Einschätzungen könnte es sich ebenfalls um eine Drohne gehandelt haben.
Deutschland will Drohnenabwehr stärken
Als Reaktion auf die zunehmende Bedrohung durch Drohnen soll auch die technische Forschung in Deutschland ausgeweitet werden. Bundesinnenminister Dobrindt kündigte gegenüber der Bild am Sonntag einen Ausbau entsprechender Forschungsaktivitäten an.
Angesichts des technologischen Wettlaufs bei Drohnen und deren Abwehr seien spezialisierte Forschungseinheiten notwendig, erklärte der Minister. Bereits im August soll deshalb am Testflughafen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Cochstedt (Sachsen-Anhalt) eine entsprechende Forschungseinrichtung aufgebaut werden.

