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Berliner Schule setzt Zeichen: Gymnasium wird nach Holocaust-Überlebender Margot Friedländer benannt

Das bisherige Hans-Carossa-Gymnasium in Berlin wird künftig einen anderen Namen tragen. Es soll nach der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer (1921–2025) benannt werden und wäre damit bundesweit die erste Schule, die ihren Namen erhält. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Die zu ihren Ehren gegründete Stiftung teilte mit, dass sich die Schulkonferenz einstimmig für die Umbenennung in Margot-Friedländer-Gymnasium ausgesprochen hat. Lediglich die formale Genehmigung durch das zuständige Bezirksamt steht noch aus.


Begegnungen, die Spuren hinterließen


Seit dem Jahr 2011 war Margot Friedländer regelmäßig zu Gast an der Schule und berichtete dort von ihren Erfahrungen während der NS-Zeit sowie von ihrem eigenen Lebensweg. Schulleiter Henning Rußbült betonte die nachhaltige Wirkung dieser Gespräche auf die Schulgemeinschaft: "Ihr Aufruf, menschlich zu handeln und sich anderen gegenüber respektvoll zu verhalten, hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und ist zu einem Leitbild für unsere Schulgemeinschaft geworden." Anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar planen Schule und Stiftung gemeinsam eine Gedenkveranstaltung zu Ehren der Verstorbenen.


Ein Leben zwischen Verfolgung und Erinnerung


Margot Friedländer wurde 1921 in Berlin geboren und war die einzige aus ihrer engen Familie, die den Holocaust überlebte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs emigrierte sie gemeinsam mit ihrem Mann in die USA und lebte viele Jahrzehnte in New York. Erst 2010, im Alter von 88 Jahren, kehrte sie dauerhaft in ihre Heimatstadt zurück. Bis zu ihrem Tod am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren engagierte sie sich unermüdlich in der Erinnerungsarbeit und besuchte zahlreiche Schulen, um mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen.


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