Besser schlafen: Diese Dinge halten uns davon ab, gut zu schlafen
- vor 48 Minuten
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Viele Menschen wachen nachts auf, ohne genau zu wissen, warum. Oft stecken körperliche Ursachen dahinter. Wer sie kennt, kann gezielt gegensteuern. Mehr dazu im LSJonline-Mittagsmagazin.
Schlafapnoe und Atemaussetzer
Bei der obstruktiven Schlafapnoe blockiert die Zunge im Schlaf die Atemwege, was zu starkem Schnarchen und häufigem Erwachen durch Sauerstoffmangel führt. Übergewicht kann das Risiko erhöhen, doch auch normalgewichtige Menschen sind betroffen. Neben Atemmasken kann ein Zungenschrittmacher eingesetzt werden: Das kleine Implantat unter dem Kinn stimuliert die Zungennerven und hält die Atemwege offen.
Schlafprobleme in den Wechseljahren
Viele Frauen haben während der hormonellen Umstellung Schwierigkeiten mit dem Durchschlafen. Bioidentische Hormone können den natürlichen Rückgang ausgleichen. Ein Beispiel ist die abendliche Einnahme von Progesteronkapseln, die beruhigend wirken und helfen, Stress abzubauen. Morgens kann zusätzlich ein östradiolhaltiges Gel auf die Unterarme aufgetragen werden, um den Hormonspiegel zu stabilisieren.
Unruhige Beine
Bei Restless-Legs-Syndrom verspüren Betroffene Kribbeln, Zucken oder Schmerzen in den Beinen, meist verursacht durch einen gestörten Dopaminstoffwechsel. Medikamente wie Dopaminagonisten beruhigen die Beine. Auch kühlende Gele, Massagen und gezielte Bewegung helfen, wenn sie richtig getimt werden: Sport am besten vormittags, um die Beschwerden nachts nicht zu verstärken. Eisenreiche Ernährung und Vitamin C unterstützen die Gesundheit der Muskeln und reduzieren Symptome.
Asthma und Atemnot
Nächtlicher Husten und Kurzatmigkeit rauben vielen Asthmatikern den Schlaf. Besonders die allergische Form, ausgelöst durch Pollen, Tierhaare oder Hausstaub, ist verbreitet. Sprays zur Erweiterung der Bronchien oder zur Reduzierung von Entzündungen lindern die Beschwerden. Zusätzlich können Allergiebehandlungen wie die Hyposensibilisierung das Immunsystem trainieren, nicht auf harmlose Stoffe zu reagieren. Regelmäßiger Sport stärkt die Atemwege, während allergikerfreundliche Matratzen und leicht erhöhtes Schlafen den Komfort erhöhen.
Sodbrennen in der Nacht
Rückfluss von Magensäure kann vor allem im Liegen unangenehm brennen – hinter dem Brustbein oder im Hals. Besonders häufig trifft es etwa jeden Fünften einmal im Jahr. Wer darauf reagiert, sollte auf seine Schlafposition achten: auf der linken Seite liegend liegt der Magen tiefer als die Speiseröhre, wodurch der Rückfluss reduziert wird. Abends sind üppige, süße, fettige oder stark saure Speisen ungünstig. Kleine Wasserschlucke über den Tag verteilt können die Magensäure verdünnen. Bei regelmäßigem oder starkem Sodbrennen kommen Medikamente wie Säureblocker oder Magenschutzpräparate in Frage.
Wadenkrämpfe
Viele Menschen kennen nächtliche Wadenkrämpfe, die plötzlich auftreten und schmerzhaft sind. Dehnübungen, Zehen zum Schienbein ziehen und kurze Haltephasen, Wärme durch Dusche oder Wärmflasche sowie viel Flüssigkeit und Bewegung tagsüber wirken vorbeugend. Bei besonders häufigen oder starken Krämpfen können verschreibungspflichtige Präparate wie Chinin helfen, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen.
Schilddrüsenüberfunktion
Eine überaktive Schilddrüse produziert zu viele Hormone, was Stoffwechsel, Herzfrequenz und Nervosität beschleunigt und den Schlaf stört. Eine medikamentöse Therapie mit Thyreostatika über mehrere Monate kann die Produktion regulieren. Bei wiederkehrender Überfunktion kommen operative Eingriffe oder Radio-Jod-Therapie in Betracht.



