Blitzarmes Jahr 2025: Warum in Deutschland so wenige Einschläge gezählt wurden
- Redaktion Mittagsmagazin

- 4. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Im Jahr 2025 registrierte das Messsystem des Informationsdienstes Aldis/Blids in ganz Deutschland weniger als 100.000 Blitzeinschläge. Damit lag die Zahl deutlich unter dem Wert des Vorjahres – nicht einmal die Hälfte wurde erreicht. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Ein Blick in die bis ins Jahr 2005 zurückreichenden Aufzeichnungen zeigt: Ein Jahr mit vergleichbar wenigen Blitzen hat es bislang nicht gegeben.
Rückblick auf frühere Jahre
Am nächsten kommt dem außergewöhnlich niedrigen Wert noch das Jahr 2022 mit 148.664 erfassten Blitzen. Für 2021 und die Jahre davor sind direkte Vergleiche jedoch nur eingeschränkt möglich, da es damals zu Überschätzungen gekommen sein könnte. Dennoch zeigen auch diese Daten klar höhere Zahlen, die zwischen rund 208.845 und über 500.000 Blitzeinschlägen lagen.
Warum es 2025 so ruhig blieb
In vielen Monaten, die normalerweise besonders gewitterreich sind, herrschte 2025 große Trockenheit. Eine wichtige Voraussetzung für Gewitter fehlte daher häufig. Wie Tanja Egerer vom Deutschen Wetterdienst erklärt, entstehen Blitze nur, wenn feuchte und energiereiche Luftmassen vorhanden sind. Zusätzlich braucht es starke Temperaturunterschiede zwischen bodennahen und höheren Luftschichten sowie einen Auslöser, der die Luft zum Aufsteigen bringt.
Fehlende Auslöser für Gewitter
Solche Hebungsimpulse können beispielsweise durch Gebirge, starke Erwärmung am Boden oder durch Störungen in höheren Luftschichten entstehen. In der Vergangenheit führten diese Bedingungen dazu, dass besonders Landkreise am Alpenrand regelmäßig hohe Blitzdichten verzeichneten.
Blitzverteilung nach Bundesländern
Ein Vergleich der Bundesländer zeigt, dass Bayern auch 2025 deutlich an der Spitze lag. Dort wurden 30.096 Blitze gezählt. Dass Bayern seit 2005 jedes Jahr den ersten Platz einnimmt, liegt nicht nur an der Nähe zu den Alpen, sondern auch an der großen Landesfläche. Auf Rang zwei folgt Baden-Württemberg mit knapp 14.813 Blitzen, dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 11.057 Einschlägen.
Unterschiede zu anderen Statistiken
Die Zahlen von Aldis/Blids weichen teilweise von anderen Blitzstatistiken ab. Der Grund dafür liegt in der Erhebungsmethode: In dieser Statistik werden ausschließlich Erdblitze gezählt, also tatsächliche Einschläge. Entladungen innerhalb der Wolken bleiben unberücksichtigt, zudem wird jeder Blitz nur einmal erfasst.



