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Deutschlands Bevölkerung schrumpft: Zuwanderung gleicht Geburtendefizit nicht mehr aus

Deutschland verzeichnet erstmals seit mehreren Jahren wieder einen spürbaren Bevölkerungsrückgang. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lebten Ende 2025 rund 83,5 Millionen Menschen im Land. Damit sank die Einwohnerzahl im Vergleich zum Vorjahr um etwa 100.000 Personen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Rückblick: Jahre des Wachstums mit wenigen Ausnahmen


In der Vergangenheit kam es nur selten zu einem Minus bei der Bevölkerungszahl. Rückgänge wurden zuletzt zwischen 2003 und 2010 sowie im ersten Jahr der Corona-Pandemie (2020) registriert. Ab 2011 wuchs die Bevölkerung nahezu durchgehend – das Jahr 2025 markiert nun erneut eine Zäsur.


Dauerhaft mehr Sterbefälle als Geburten


Auch 2025 setzte sich ein langfristiger demografischer Trend fort: Die Zahl der Todesfälle lag erneut über der Zahl der Geburten. Dieses sogenannte Geburtendefizit besteht seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990. Neu ist jedoch, dass sich die Lücke zwischen Geburten und Sterbefällen deutlich vergrößert hat.


Zuwanderung verliert an Ausgleichskraft


Während in den vergangenen Jahren die Zuwanderung den natürlichen Bevölkerungsverlust meist ausgleichen konnte, reichte sie 2025 erstmals seit 2020 nicht mehr aus. Die Nettozuwanderung ging spürbar zurück und konnte das steigende Geburtendefizit nicht kompensieren.


Zahlen zu Geburten und Sterbefällen


Auf Basis der Meldungen der Standesämter wird für 2025 mit 640.000 bis 660.000 Neugeborenen gerechnet. Dem stehen mehr als eine Million Todesfälle gegenüber. Daraus ergibt sich ein Geburtendefizit von 340.000 bis 360.000 Menschen. Zum Vergleich: In den 2010er Jahren lag dieser Wert im Durchschnitt bei rund 171.000 Personen und damit deutlich niedriger.


Deutlich geringere Wanderungsgewinne


In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 zogen laut Statistischem Bundesamt rund 220.000 Menschen mehr nach Deutschland, als das Land verließen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag dieser Saldo noch bei 391.500 Personen. Für das Gesamtjahr 2025 wird die Nettozuwanderung auf 220.000 bis 260.000 Menschen geschätzt.

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