Einsatz in Minneapolis: Tötung eines Pflegers bei Protesten entfacht landesweite politische Debatte
- Redaktion Mittagsmagazin

- 26. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Während Demonstrationen gegen das harte Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE kam es am Samstag in Minneapolis zu einem tödlichen Vorfall. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Der 37-jährige Alex Pretti wurde von Einsatzkräften der United States Border Patrol erschossen. Diese Einheit gehört zur Grenzschutzbehörde CBP, die dem Heimatschutzministerium unterstellt ist. Pretti arbeitete beruflich als Pfleger auf der Intensivstation eines Krankenhauses für Veteranen.
Widersprüchliche Darstellungen zum Tatablauf
Nach Angaben des Heimatschutzministeriums habe sich Pretti den Beamten mit einer Waffe genähert und sich „gewaltsam widersetzt“. Diese Version wird jedoch sowohl von örtlichen Stellen als auch von Angehörigen des Getöteten angezweifelt. Augenzeugenvideos zeigen Pretti mit einem Mobiltelefon in der Hand. In keiner der bekannten Aufnahmen ist zu erkennen, dass er eine Schusswaffe gezogen hätte. Stattdessen ist in einem Video zu sehen, wie ein Beamter dem bereits am Boden liegenden Mann eine Waffe abnimmt – unmittelbar bevor der erste Schuss abgegeben wird.
Politische Reaktionen aus beiden Lagern
Der Vorfall löste parteiübergreifend Reaktionen aus. Vertreter:innen der Republikanischen wie auch der Demokratischen Partei äußerten Kritik und Mitgefühl. Der frühere Präsident Barack Obama veröffentlichte gemeinsam mit Michelle Obama eine Erklärung, in der sie dazu aufriefen, die landesweiten friedlichen Proteste – insbesondere im Norden der USA – zu unterstützen und daraus Hoffnung zu ziehen.
Warnung vor dem Verlust demokratischer Rechte
Auch der ehemalige Präsident Bill Clinton meldete sich zu Wort. Er forderte die Bevölkerung auf, sich klar gegen die Abschiebepolitik der Trump-Regierung zu positionieren. „Wenn wir unsere Freiheiten nach 250 Jahren aufgeben, könnten wir sie vielleicht nie zurückbekommen“, erklärte Clinton.
Trumps Gegenangriff und Ankündigung
US-Präsident Donald Trump reagierte mit scharfen Angriffen auf die Demokraten. Er warf ihnen vor, nicht „formal zu kooperieren“, sondern „die Flammen der Spaltung, des Chaos und der Gewalt zu schüren“. Zugleich kündigte Trump an, seinen Grenzbeauftragten Tom Homan nach Minnesota zu entsenden. Dieser sei – Zitat – „hart, aber fair“ – und werde direkt an den Präsidenten berichten. Nach Angaben der Sprecherin des Weißen Hauses soll Homan künftig die ICE-Einsätze im Bundesstaat überwachen.



