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Elektronische Patientenakte in der Kritik: Mehrheit der Versicherten nutzt ePA auch ein Jahr nach Einführung nicht

  • vor 4 Stunden
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Ein Jahr nach dem Start der elektronischen Patientenakte (ePA) fällt die Zwischenbilanz verhalten aus. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Viele Versicherte scheinen mit dem digitalen Instrument bislang wenig anfangen zu können. Laut einer aktuellen Erhebung des Verbraucherzentrale Bundesverband verzichten 71 Prozent der Befragten bisher auf die Nutzung der Anwendung.


Kritik kommt sowohl von Verbraucherschützern als auch von ärztlichen Interessenvertretungen. Sie bemängeln vor allem die komplizierte Handhabung und sprechen sich für deutliche Vereinfachungen aus. Auch Nina Warken (CDU), Bundesgesundheitsministerin, kündigte an, die Attraktivität und Bedienbarkeit der ePA verbessern zu wollen.


Ärzte sehen kaum praktischen Mehrwert


Besonders deutlich äußert sich der Hausärzteverband. Aus seiner Sicht sei die ePA derzeit vor allem „eine unsortierte PDF-Sammlung, mit der Praxen im Alltag nur wenig anfangen können". Damit fehle es an Struktur und echtem Nutzen für den Praxisbetrieb.


Zusätzlich berichten Mediziner von wiederkehrenden Problemen mit der technischen Infrastruktur. Störungen und Ausfälle erschwerten den reibungslosen Einsatz im Alltag erheblich. Auch der Anmeldeprozess gilt als umständlich und schreckt offenbar viele potenzielle Nutzer ab.


Hohe Bekanntheit, geringe Nutzung


Zwar ist die elektronische Patientenakte den meisten gesetzlich Versicherten ein Begriff – 94 Prozent kennen das Angebot. Dennoch bleibt die aktive Nutzung deutlich hinter den Erwartungen zurück. Nur rund vier Millionen der insgesamt 74 Millionen gesetzlich Versicherten greifen derzeit tatsächlich auf ihre digitale Akte zu. Damit verwaltet eine klare Mehrheit von 71 Prozent ihre persönlichen Gesundheitsdaten bislang nicht selbst über die ePA – trotz breiter Bekanntheit des Systems.

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