Endlagersuche eingegrenzt: Weniger als fünf Prozent der deutschen Fläche kommen noch infrage
Die Suche nach einem geeigneten Standort für hochradioaktive Abfälle aus deutschen Kernkraftwerken ist in eine neue Phase eingetreten. Nach den bisherigen Analysen kommen inzwischen weniger als fünf Prozent der Fläche Deutschlands für ein mögliches Endlager infrage. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) bewertet die geologischen Voraussetzungen in diesen Gebieten als grundsätzlich geeignet. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Sechs Bundesländer nicht mehr im Auswahlverfahren
Mit dem aktuellen Stand wurden sämtliche Regionen Deutschlands entweder untersucht oder bereits bewertet. Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen, Hamburg und das Saarland sind aus dem weiteren Suchprozess ausgeschieden. Eine endgültige Entscheidung über den Standort ist damit allerdings noch nicht getroffen: Diese Zuständigkeit liegt letztlich beim Deutschen Bundestag.
Sicherheit steht bei der Standortbewertung im Mittelpunkt
Um geeignete Gebiete zu identifizieren, setzt die BGE vor allem auf sogenannte repräsentative vorläufige Sicherheitsuntersuchungen. Dabei werden vorhandene geologische Informationen und Geodaten ausgewertet. Ziel ist es festzustellen, ob die jeweiligen Gesteinsformationen die radioaktiven Abfälle langfristig sicher einschließen können.
Als mögliche Wirtsgesteine für ein unterirdisches Endlager werden insbesondere Ton, Salz und Granit betrachtet. Welche dieser Gesteinsarten sich an einem konkreten Standort tatsächlich eignet, hängt von den jeweiligen geologischen Bedingungen ab.
Zwischenlager bleiben vorerst notwendig
Bis ein Endlager für hochradioaktive Abfälle gefunden und in Betrieb genommen wird, bleibt der Atommüll in oberirdischen Einrichtungen untergebracht. Bundesweit gibt es dafür derzeit 16 Zwischenlager an unterschiedlichen Standorten.
Eine andere Aufgabe übernimmt das stillgelegte Eisenerzbergwerk Schacht Konrad in Salzgitter. Für diese Anlage liegt bereits eine Genehmigung als Endlager vor. Sie ist jedoch ausschließlich für schwach- und mittelradioaktive Abfälle vorgesehen. Nach derzeitiger Planung soll der Betrieb in den 2030er-Jahren beginnen.

