„Entwaffnung“ der KI: Aufruf zu globalem Umdenken in Technologie und Machtpolitik
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In seiner ersten Enzyklika, die sich mit dem Thema Künstliche Intelligenz befasst, fordert Papst Leo XIV. einen grundlegenden Kurswechsel im Umgang mit dieser Technologie. Im Mittelpunkt steht dabei sein Appell, KI von sicherheits- und machtpolitischen Logiken zu lösen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Der Papst warnt laut dem am Montag veröffentlichten Lehrschreiben vor einer Entwicklung, in der technologische Systeme vor allem im Zeichen globaler Konkurrenz stehen. Dabei kritisiert er insbesondere den aktuellen Trend: „KI zu entwaffnen bedeutet, sie der Logik des bewaffneten Wettbewerbs zu entziehen“, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Lehrschreiben des Papstes.
Kritik am technologischen Wettlauf
Besorgt äußert sich das Kirchenoberhaupt über die Dynamik eines internationalen Konkurrenzkampfes im Bereich der KI-Entwicklung. Er beschreibt ein Szenario, in dem Staaten und Unternehmen vor allem auf Leistungssteigerung und Datenmacht setzen, um geopolitische oder wirtschaftliche Vorteile zu erzielen. Dabei spricht er von einem „Wettrennen um den leistungsfähigsten Algorithmus und die größte Datenbank“, um einen „geopolitischen oder kommerziellen Vorsprung“ zu erzielen.
Technologie im Dienst des Menschen
Gleichzeitig stellt der Papst klar, dass seine Forderung nicht als Ablehnung technologischer Innovation zu verstehen sei. Vielmehr gehe es darum, deren Kontrolle durch den Menschen sicherzustellen und eine Umkehr der Machtverhältnisse zu verhindern: „Entwaffnen bedeutet nicht, auf die Technologie zu verzichten, sondern zu verhindern, dass sie den Menschen beherrscht“, mahnte der Papst.
Politische Einordnung und Konfliktlinien
Darüber hinaus spricht sich Leo XIV. dafür aus, traditionelle sicherheitspolitische Konzepte kritisch zu hinterfragen. Besonders erwähnt er dabei die Theorie des „gerechten Krieges“, auf die sich unter anderem die US-Regierung von Präsident Donald Trump beruft. Trump wiederum reagierte zuletzt scharf auf Friedensappelle des Papstes und warf ihm im Zusammenhang mit dem Iran vor, sich auf die Seite eines Staates zu stellen, „das eine Atomwaffe will“.

