Entwurf: Bundesregierung legt milliardenschweren Haushalt für 2027 vor
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Im Bundestag dreht sich in dieser Woche alles um die Finanzplanung des Bundes. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil will den Haushaltsentwurf für 2027 sowie die Finanzplanung der darauffolgenden Jahre vorstellen und durch das Parlament bringen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Für 2027 rechnet die Bundesregierung mit einer deutlich höheren Neuverschuldung. Insgesamt sollen neue Kredite von rund 200 Milliarden Euro aufgenommen werden. Damit würde die Neuverschuldung einen der höchsten Werte in der Geschichte der Bundesrepublik erreichen.
Vonseiten der Opposition kommt deutliche Kritik an den geplanten Ausgaben und der Finanzierung.
Mehr als 555 Milliarden Euro Ausgaben
Der Bund will im Jahr 2027 insgesamt 555,4 Milliarden Euro ausgeben. Gegenüber dem Haushalt für 2026 entspricht das einem Anstieg von knapp sechs Prozent. Dabei ist die geplante Einkommenssteuerreform in den aktuellen Zahlen noch nicht berücksichtigt.
Für die Finanzierung des Haushalts ist eine Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro vorgesehen. Auch in den darauffolgenden Jahren soll das Ausgabenvolumen weiter wachsen.
Renten und Verteidigung als größte Posten
Besonders viel Geld fließt in die Bereiche Arbeit und Verteidigung.
Bundesarbeitsministerium: 201,46 Milliarden Euro
Der mit Abstand größte Teil davon wird für die Finanzierung der gesetzlichen Rente benötigt.
Verteidigungsministerium: 109,75 Milliarden Euro
Hier fällt der prozentual größte Anstieg auf. Im Vergleich zum Vorjahr soll der Etat um 32,7 Prozent wachsen.
Auf den weiteren Plätzen folgen das Verkehrsministerium mit 26,43 Milliarden Euro und das Forschungsministerium mit 21,97 Milliarden Euro.
Krisen treiben den Finanzbedarf
Die Bundesregierung begründet die steigenden Ausgaben unter anderem mit der internationalen Sicherheits- und Wirtschaftslage. Als wichtige Faktoren werden globale Krisen und Konflikte genannt, darunter die Situation im Nahen Osten und der Krieg in der Ukraine.
Insbesondere bei der Verteidigung sieht die Regierung zusätzlichen Finanzierungsbedarf. Gleichzeitig sollen weitere Mittel eingesetzt werden, um auf die angespannte wirtschaftliche Situation und Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt zu reagieren.
Die weiteren Ministeriumsetats
Für die übrigen Ressorts sind im Haushaltsentwurf folgende Summen vorgesehen:
Ressort | Geplanter Etat |
Innenministerium | 16,71 Mrd. Euro |
Familienministerium | 15,48 Mrd. Euro |
Gesundheitsministerium | 14,34 Mrd. Euro |
Finanzministerium | 11,07 Mrd. Euro |
Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit | 9,47 Mrd. Euro |
Bauministerium | 7,51 Mrd. Euro |
Landwirtschaftsministerium | 6,97 Mrd. Euro |
Auswärtiges Amt | 5,96 Mrd. Euro |
Wirtschaftsministerium | 5,55 Mrd. Euro |
Umweltministerium | 2,74 Mrd. Euro |
Digitalministerium | 1,44 Mrd. Euro |
Justizministerium | 1,21 Mrd. Euro |

