Ermittlungen nach Brand: Untersuchungshaft für Betreiber der Bar in Crans-Montana beantragt
- Redaktion Mittagsmagazin

- 11. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Nach dem verheerenden Feuer in einer Bar im Wallis haben die Behörden Konsequenzen gezogen: Gegen den Betreiber des Lokals wurde Untersuchungshaft beantragt. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis besteht die Gefahr, dass sich der Mann dem Verfahren entziehen könnte.
„Aufgrund seiner Aussagen, seines bisherigen Lebenslaufes sowie seiner persönlichen Situation in der Schweiz und im Ausland erachtete die Staatsanwaltschaft die Fluchtgefahr als konkret“, teilte die Behörde weiter mit. Für seine Ehefrau treffe diese Einschätzung jedoch nicht zu.
Ursache und Ausmaß der Katastrophe
Das Feuer war in der Silvesternacht ausgebrochen und forderte einen extrem hohen Blutzoll: 40 Menschen, überwiegend junge Erwachsene, verloren ihr Leben. Rund 120 weitere Personen erlitten Verletzungen, teils von schwerem Ausmaß. Nach Erkenntnissen der Ermittler:innen entzündete eine funkenstiebende Partyfontäne die schaumstoffartige Deckenverkleidung der Bar „Le Constellation“.
Internationale Anteilnahme und Trauer
In einer eindrucksvollen Gedenkfeier erinnerten die Schweiz und zahlreiche weitere Länder an die Opfer von Crans-Montana. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin sprach von zerstörten Zukunftshoffnungen junger Menschen, die in einer einzigen Nacht ausgelöscht worden seien, und verlangte eine vollständige Aufklärung der Ereignisse.
Auch aus dem Ausland reisten hochrangige Vertreter an. So nahm Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) an der Zeremonie teil. Elf Überlebende werden derzeit in deutschen Krankenhäusern versorgt, darunter mehrere in Kliniken in Baden-Württemberg.
Stimmen der Überlebenden
Rund 1.000 Gäste, unter ihnen Italiens Präsident Sergio Mattarella und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, nahmen an der Trauerfeier teil. Besonders eindringlich waren die Schilderungen von drei Jugendlichen, die die Geschehnisse aus nächster Nähe miterlebt hatten. Sie hatten in einer Bar gegenüber gefeiert und wurden Augenzeug:innen des Dramas. „Es war eine apokalyptische Szene“, sagte eine junge Frau. „Die Bilder, die sich uns boten, waren unerträglich.“
Ein Appell an die Jugend
Die drei jungen Menschen nutzten ihren Auftritt, um eine Botschaft weiterzugeben – vor allem an Gleichaltrige. „Genießt jeden Augenblick, so zerbrechlich er auch sein mag.“ Entscheidend sei nicht, dem Leben möglichst viele Tage hinzuzufügen, sondern die vorhandenen Tage bewusst und intensiv zu leben.


