Erste Erzbischöfin in Canterbury: Sarah Mullally wird Oberhaupt der Anglikanischen Kirche
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Sarah Mullally gilt als die 106. Erzbischöfin von Canterbury – und zugleich als erste Frau in dieser traditionsreichen Reihe. Damit steht sie in der Nachfolge von Augustinus von Canterbury, der um das Jahr 597 im Auftrag von Gregor I. nach England entsandt wurde, um die Angelsachsen zum Christentum zu bekehren. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Augustinus legte den Grundstein für die englische Kirche. Diese entwickelte sich jedoch im Zuge der Reformation im 16. Jahrhundert von der römisch-katholischen Kirche weg und wurde Teil der protestantischen Tradition.
Zeremonielle Einführung in Canterbury
Vor ihrer offiziellen Einführung musste Mullally zunächst gemäß altem Brauch am Westportal der Kathedrale verweilen. Dieses sogenannte Anklopfritual gehört zu den festen Bestandteilen der Amtseinführung.
Im Inneren der Kathedrale verlas der Dekan ein Schreiben des Monarchen – in Anwesenheit von William, Prince of Wales und Catherine, Princess of Wales. Der Brief von Charles III., der zugleich weltliches Oberhaupt der anglikanischen Kirche ist, erlaubte es der Gemeinde, die neue Erzbischöfin feierlich zu empfangen.
Im weiteren Verlauf der Zeremonie nahm sie auf zwei unterschiedlichen Sitzen Platz. Diese stehen sinnbildlich für die doppelte Rolle ihres Amtes: einerseits als Bischöfin von Canterbury, andererseits als geistliche Leitfigur für Millionen Gläubige weltweit.
Kontroverse um früheren Vorfall
Ein Bericht über einen angeblich nicht regelkonformen Umgang Mullallys mit einem Fall sexuellen Fehlverhaltens während ihrer Zeit in London wurde von der Kirche von England nicht weiter verfolgt. Der Fall wurde zu Beginn des Jahres abgeschlossen, was bei Vertreter:innen von Betroffenen auf deutliche Kritik stieß.


