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ESC vor neuen Regeln: Sicherheit entscheidet künftig über den Austragungsort

  • vor 3 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Der Eurovision Song Contest könnte künftig auch dann an einen anderen Ort verlegt werden, wenn das Land des Vorjahressiegers eigentlich als regulärer Gastgeber vorgesehen wäre. Grund dafür sind neue Vorgaben der Europäischen Rundfunkunion (EBU), die eine stabile Sicherheitslage zur Voraussetzung für die Austragung machen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.


Konflikte können Gastgeberrecht verhindern


Ein Sieg beim ESC garantiert dem betreffenden Land damit nicht mehr automatisch die Ausrichtung im Folgejahr. Die EBU will den Wettbewerb nicht dort veranstalten, „falls ein bewaffneter Konflikt, eine heikle geopolitische Lage oder eine sonstige Situation die Sicherheit oder Stabilität des betreffenden Staates oder der unmittelbaren Region erheblich beeinträchtigt“.


Sollten Zweifel an der Sicherheitslage bestehen, kann die Rundfunkunion eine unabhängige Einschätzung der Situation vor Ort veranlassen. Kommt diese zu einem kritischen Ergebnis, soll ein anderer Rundfunksender die Organisation des Wettbewerbs übernehmen.


Israel als möglicher Hintergrund


Die EBU führt in ihren neuen Regeln kein konkretes Land als Anlass für die Änderung an. Dennoch dürfte die aktuelle politische Lage ein wichtiger Hintergrund sein. Israel hatte sowohl beim diesjährigen Wettbewerb als auch bereits 2025 nur knapp den Sieg verpasst. Ein erster Platz hätte dem Land nach den bisherigen Regeln grundsätzlich das Gastgeberrecht für das Folgejahr eingebracht.


Israel ist derzeit in den Krieg mit dem Iran involviert und sieht sich zudem wegen seines Vorgehens im Gazastreifen und seines militärischen Einsatzes gegen die Hisbollah im Libanon internationaler Kritik ausgesetzt. Beim Wettbewerb in Wien verzichteten fünf Länder aus Protest gegen Israels Teilnahme auf ihre Mitwirkung.


Schon einmal wurde der Austragungsort verlegt


Dass ein ESC-Sieg nicht zwangsläufig zur Veranstaltung im Siegerland führt, ist allerdings kein völlig neues Prinzip. Nach dem ukrainischen Erfolg 2022 wurde der Wettbewerb 2023 nicht in der Ukraine ausgetragen. Hintergrund war der russische Angriffskrieg. Stattdessen fand der ESC in Liverpool statt.


Burgas richtet den Wettbewerb 2027 aus


Für 2027 steht der Austragungsort dagegen bereits fest: Nach dem Sieg Bulgariens in Wien wird die Hafenstadt Burgas Gastgeber des Wettbewerbs sein. Das Finale ist für den 15. Mai 2027 geplant. Zudem steht bereits eine Premiere fest: Kanada wird erstmals am Eurovision Song Contest teilnehmen.

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