EU verschärft Jugendschutz: Neue App soll Kinder im Internet besser schützen
- vor 13 Stunden
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Die EU-Kommission arbeitet an einer neuen Maßnahme, um Minderjährige im Internet besser abzusichern. Kernstück ist eine App zur Altersüberprüfung, die künftig in allen EU-Staaten eingesetzt werden soll. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Laut Angaben aus Brüssel ist die technische Entwicklung bereits abgeschlossen, und die Einführung für die Bevölkerung in den 27 Mitgliedsländern steht kurz bevor. Erste Länder haben bereits signalisiert, dass sie die Anwendung zeitnah nutzen wollen.
Zunehmende Risiken für Kinder und Jugendliche
Auslöser für das Vorhaben sind steigende Bedenken hinsichtlich der digitalen Sicherheit junger Menschen. Die Nutzung digitaler Geräte hat ein bislang unerreichtes Niveau erreicht. Gleichzeitig geraten Kinder und Jugendliche immer stärker unter den Einfluss von Plattformmechanismen, die auf intensive Nutzung abzielen – etwa durch endloses Scrollen oder individuell zugeschnittene Inhalte.
Technische Grenzen und Umgehungsmöglichkeiten
Trotz der Fortschritte gibt es noch Schwachstellen. Fachleute weisen darauf hin, dass das System aktuell relativ leicht umgangen werden kann. Beispielsweise könnten Kinder auf Geräte von älteren Familienmitgliedern zurückgreifen und so bestehende Altersbeschränkungen umgehen. Auch technische Hilfsmittel wie VPN-Dienste erschweren eine zuverlässige Kontrolle, da sie den Standort eines Nutzers verschleiern können. Ziel sei es jedoch vor allem, jene Kinder zu schützen, die unbeabsichtigt mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert würden.
Debatte über Altersgrenzen in sozialen Medien
Darüber hinaus könnte die App eine wichtige Grundlage für mögliche Altersbeschränkungen in sozialen Netzwerken bilden. Innerhalb der EU wird derzeit diskutiert, ob ein verbindliches Mindestalter eingeführt werden sollte. Eine eingesetzte Expertengruppe arbeitet an entsprechenden Empfehlungen, die im Sommer vorgestellt werden sollen. Ob daraus konkrete gesetzliche Vorgaben entstehen, ist bislang noch unklar.


