Expertenkommission warnt: Kinder und Jugendliche in sozialen Medien weiterhin unzureichend geschützt
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Kinder und Jugendliche sind bei der Nutzung sozialer Netzwerke nach wie vor nicht ausreichend abgesichert. Ein Bericht einer Expertenkommission zeigt, dass insbesondere Alterskontrollen und Möglichkeiten zur Aufsicht weiterhin deutliche Schwächen aufweisen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Geplante Maßnahmen und politische Verantwortung
Die rund 130 Seiten umfassende Analyse der Kommission soll bis Ende Juni in konkrete Handlungsempfehlungen münden. Anschließend liegt es an der Bundesregierung, über mögliche Konsequenzen und Maßnahmen zu entscheiden. Dazu könnte auch eine verbindliche Altersgrenze für die Nutzung sozialer Medien gehören. Die Fachleute warnen vor verschiedenen Risiken einer unkontrollierten Nutzung, darunter Suchtverhalten, Cybermobbing, sexualisierte Gewalt im Netz sowie Essstörungen und selbstverletzendes Verhalten. Zusätzlich entstehen Gefahren durch Kostenfallen und neue Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz.
Besondere Risiken für Kleinkinder
Der Bildungsforscher Olaf Köller, Mitglied der Kommission, hebt hervor, dass vor allem die Auswirkungen auf sehr junge Kinder häufig unterschätzt werden. Viele Eltern neigen dazu, Kleinkinder zur Beruhigung vor Bildschirme zu setzen. Laut Köller kann dies erhebliche gesundheitliche Schäden nach sich ziehen.
Kritik am bisherigen Umgang
Die zuständige Ministerin sieht ein Versäumnis der Gesellschaft in den vergangenen Jahren, Kinder nicht ausreichend geschützt zu haben. Sie selbst spricht sich seit längerem für klare Altersregelungen bei der Nutzung sozialer Medien aus und fordert entsprechende Vorgaben auf europäischer Ebene.
Regeln vorhanden – Umsetzung mangelhaft
Zwar existieren laut Kommission bereits umfassende Jugendschutzregelungen sowohl auf EU-Ebene als auch im nationalen und föderalen Recht, doch die praktische Durchsetzung stellt ein großes Problem dar. Besonders große, international agierende Plattformen entziehen sich häufig einer konsequenten Kontrolle.
Internationale Entwicklungen
Australien nimmt bei der Regulierung eine Vorreiterrolle ein: Dort ist es Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren untersagt, Social-Media-Konten zu besitzen, auch wenn dieses Verbot häufig umgangen wird. In Europa arbeiten mehrere Länder, darunter Frankreich, Großbritannien, Spanien, Slowenien und Griechenland, an ähnlichen Regelungen. Parallel dazu wird auf EU-Ebene über eine einheitliche Altersgrenze diskutiert.


