Frankreich greift durch: Billigmode von Shein und Temu wird deutlich teurer
- vor 13 Stunden
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Wer in Frankreich besonders günstige Kleidung bei Onlineplattformen wie Shein oder Temu bestellt, muss künftig mit zusätzlichen Kosten rechnen. Für einzelne Billigartikel können noch in diesem Jahr Aufschläge von bis zu zwölf Euro anfallen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Die französische Regierung hat die entsprechenden Bestimmungen am Freitag im Amtsblatt veröffentlicht. Sie sind Teil eines Maßnahmenpakets gegen die zunehmende Verbreitung von sogenannter Fast Fashion und sollen ab dem 1. September in Kraft treten.
Kritik an extrem kurzen Produktzyklen
Mit den neuen Regeln will Frankreich vor allem Geschäftsmodelle eindämmen, bei denen Kleidung innerhalb kürzester Zeit produziert, verkauft und anschließend entsorgt wird. Der Umwelt-Staatssekretär Mathieu Lefèvre redet dazu im Onlinedienst X von einem Geschäftsmodell, „das darauf beruht, dass ein Kleidungsstück in Rekordzeit von der Ladenfläche in die Mülltonne wandert.“
Auch die Folgen dieser Entwicklung für Umwelt und Wirtschaft seien längst bekannt, betonte er: „Die schädlichen Auswirkungen der Ultra-Fast-Fashion auf unsere Umwelt und unsere Wirtschaft sind bekannt und dokumentiert“
Onlineplattformen besonders betroffen
Die Vorgaben sind offenbar gezielt auf Anbieter ausgerichtet, die extrem schnell und in großen Mengen neue Modeartikel auf den Markt bringen. Damit dürften insbesondere asiatische Onlinehändler wie Shein und Temu betroffen sein. Klassische internationale Modeketten wie Zara, H&M oder Uniqlo fallen dagegen weniger stark unter die neuen Kriterien, da sie auch Arbeitsplätze in Frankreich anbieten.
Milliarden Kleidungsstücke pro Jahr
Wie groß das Problem inzwischen ist, zeigt ein parlamentarischer Bericht: Jedes Jahr gelangen demnach rund 3,3 Milliarden Kleidungsstücke auf den französischen Markt. Vor zehn Jahren lag diese Zahl noch etwa eine Milliarde niedriger.
Rechnerisch kauft jede Person in Frankreich durchschnittlich 48 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Der hohe Konsum führt dazu, dass Textilien zunehmend schneller entsorgt werden. Besonders problematisch: In etwa zwei Dritteln der Fälle wären die weggeworfenen Kleidungsstücke eigentlich noch nutzbar.

