Ratko Mladic ist tot: Verurteilter Kriegsverbrecher stirbt im Gefängnis von Den Haag
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Ratko Mladic, ehemaliger Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Streitkräfte und wegen Kriegsverbrechen verurteilt, ist gestorben. Nach Angaben der Vereinten Nationen starb der frühere General in einem Gefängniskrankenhaus in Den Haag. Dort verbüßte er eine lebenslange Freiheitsstrafe. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Eine zentrale Figur des Bosnien-Krieges
Während des Bosnien-Krieges zwischen 1992 und 1995 stand Mladic an der Spitze der bosnisch-serbischen Armee. Sein militärisches Vorgehen war eng mit den politischen Zielen der bosnischen Serben verbunden. Gemeinsam mit deren politischem Anführer Radovan Karadzic verfolgte er das Ziel, große Teile Bosniens unter serbische Kontrolle zu bringen und schließlich Serbien anzuschließen. Dabei handelte er im Einklang mit der Politik des damaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic.
Gewalt gegen die Zivilbevölkerung
Unter Mladics Führung verübten bosnisch-serbische Einheiten zahlreiche schwere Verbrechen. Bereits 1992 wurden im Norden und Osten Bosniens Tausende Muslim und Kroat getötet. Nichtserbische Zivilist wurden in Lagern interniert und dort unter katastrophalen Bedingungen gefangen gehalten. Viele von ihnen wurden misshandelt und starben an den Folgen der Gewalt. Auch sexualisierte Gewalt wurde gezielt eingesetzt. In eigens eingerichteten Lagern wurden nichtserbische Frauen und Mädchen vergewaltigt.
Sarajevo unter Beschuss
Besonders lange war die bosnische Hauptstadt Sarajevo den Angriffen der bosnisch-serbischen Truppen ausgesetzt. Mehr als drei Jahre dauerte die Belagerung. Zivilist wurden durch Artilleriebeschuss und Scharfschützen angegriffen. Insgesamt starben während der Belagerung mehr als 11.000 Menschen, darunter zahlreiche Kinder.
Das Massaker von Srebrenica
Zu den schwersten Verbrechen, die mit Mladic verbunden sind, gehört das Massaker von Srebrenica im Juli 1995. Rund 8.000 Menschen aus der ostbosnischen Enklave wurden getötet. Die Opfer waren überwiegend muslimische Männer und Jungen.
Parallel dazu vertrieben Mladics Truppen Hunderttausende Menschen aus ihren Heimatorten. Ziel dieser sogenannten ethnischen Säuberungen war es, Gebiete zu schaffen, die ausschließlich von ethnischen Serben bewohnt werden sollten – sogenannte „ethnisch reine“ Gebiete.

