Himalaya-Flut: Suche nach Überlebenden läuft unter extremen Bedingungen
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Das ganze Ausmaß der schweren Sturzflut im Himalaya zeichnet sich erst nach und nach ab. Besonders betroffen ist das Grenzgebiet zwischen Nepal und der von China kontrollierten autonomen Region Tibet. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Auf nepalesischer Seite wurden inzwischen mindestens 359 Tote gemeldet. Gleichzeitig fehlt von mehr als 1.300 Menschen weiterhin jede Spur. Die Rettungskräfte arbeiten unter extrem schwierigen Bedingungen: Große Mengen Schlamm haben Täler überflutet, die normalerweise von Pilger und Wandernden genutzt werden.
Die nepalesische Armee ist nach eigenen Angaben bereits im Einsatz, um Verletzte und andere Betroffene aus den abgeschnittenen Gebieten auszufliegen. Hunderte Menschen konnten auf diese Weise aus dem Katastrophengebiet gebracht werden.
Auch deutsche Staatsangehörige betroffen
Unter den Vermissten befinden sich offenbar auch ausländische Besucher. Die nepalesische Tourismusbehörde teilte mit, dass acht deutsche Staatsangehörige vermisst werden. Eine Person aus der Schweiz, nach der zunächst gesucht worden war, konnte inzwischen gerettet werden.
Wie schwierig die Bergungsarbeiten sind, zeigt sich auch an den Fundorten der Opfer. Nach Angaben der nepalesischen Polizei wurden zahlreiche Tote von den Wassermassen erfasst und über weite Strecken flussabwärts bis zur Grenze nach Indien getragen.
Die nepalesischen Behörden gehen deshalb davon aus, dass die bisher bekannte Zahl der Todesopfer noch deutlich zunehmen könnte. Auch auf der tibetischen Seite ist die Situation dramatisch. Chinesische Staatsmedien berichten von mehr als 550 vermissten Personen. Unter ihnen sollen sich rund 260 Ausländer befinden.
Hunderte Inder werden vermisst
Besonders stark betroffen sind Menschen aus Indien. Das indische Außenministerium meldete mindestens 288 indische Staatsangehörige, zu denen bislang kein Kontakt hergestellt werden konnte. Viele dieser Menschen befanden sich auf einer Pilgerreise. Ihr Ziel waren der als heilig geltende Berg Kailash sowie der Manasarovar-See in Tibet.
Neue Überschwemmungen befürchtet
Während die Suche nach Vermissten weiterläuft, warnen die Behörden bereits vor einer möglichen weiteren Katastrophe. In China besteht die Sorge, dass zusätzliche Wassermassen eine neue Flut auslösen könnten.
Nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens, das sich auf das Ministerium für Wasserressourcen beruft, hat sich auf nepalesischer Seite an einer Flussmündung ein neuer Stausee gebildet. Dadurch könnte es zu einem Dammbruch kommen.
Bereits jetzt sollen sich dort rund zwei Millionen Kubikmeter Wasser angesammelt haben. Weitere drei Millionen Kubikmeter könnten folgen. Nach Angaben der chinesischen Behörden ist der entstandene See bereits über seine Ufer getreten.

