Friedensinitiative: Selenskyj fordert persönliches Treffen mit Putin
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich mit einem öffentlichen Schreiben direkt an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gewandt. Darin regt er persönliche Verhandlungen zwischen den beiden Staatschefs an, um Wege zur Beendigung des Krieges auszuloten. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
„Die Ukraine schlägt vor, diesen Krieg durch einen direkten Austausch zwischen Ihnen und uns zu beenden. Ich schlage ein Treffen vor“, schrieb Selenskyj in dem Brief, der auf der Website der ukrainischen Präsidentschaft veröffentlicht wurde. Als mögliche Austragungsorte brachte Selenskyj die Schweiz, die Türkei oder einen arabischen Staat ins Gespräch. Sowohl Kiew als auch Moskau schloss er als Verhandlungsorte ausdrücklich aus.
Fahrplan für erste Schritte
In seinem Schreiben skizzierte Selenskyj zudem einen möglichen Ablauf für weitere Maßnahmen. Den Auftakt könnte nach seiner Vorstellung eine Waffenruhe entlang der aktuellen Frontlinie bilden. Die Überwachung dieser Feuerpause sollte nach seinem Vorschlag durch die Vereinigten Staaten erfolgen.
Darauf aufbauend regte er einen Gefangenenaustausch „aller gegen alle“ an. Außerdem sprach er sich für die Rückkehr von Zivilpersonen sowie von Kindern aus, die nach ukrainischer Darstellung „während des Krieges verschleppten“ wurden.
Reaktion aus Moskau bleibt aus
Die Veröffentlichung des Briefes fiel zeitlich mit einer Presseveranstaltung Putins beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg zusammen. Eine inhaltliche Antwort aus dem Kreml blieb zunächst aus. Kremlsprecher Dmitri Peskow kommentierte die Vorschläge nicht direkt. Stattdessen verwies er auf eine bereits bekannte Position des russischen Präsidenten: „Präsident Putin hat gesagt, dass Selenskyj nach Moskau kommen könne, wenn er reden möchte“, sagte Peskow. Die ukrainische Führung hatte die russische Hauptstadt als Ort möglicher Verhandlungen bereits mehrfach ausgeschlossen.
Putins Bedingungen für ein Kriegsende
Während seines Auftritts beim Wirtschaftsforum äußerte sich Putin erneut zu den Voraussetzungen für Friedensgespräche. Er zeigte sich grundsätzlich offen für einen Dialog unter Einbeziehung Europas, betonte jedoch, dass Vermittler aus seiner Sicht neutral sein und das Vertrauen beider Seiten genießen müssten.
Gleichzeitig hielt der russische Präsident an seinen bisherigen Forderungen fest. Dazu zählt insbesondere die vollständige Kontrolle Russlands über die Regionen Donezk und Luhansk, die völkerrechtlich weiterhin zur Ukraine gehören. Die ukrainische Regierung weist einen Verzicht auf diese Gebiete bislang entschieden zurück.

