Führerscheinbetrug nimmt zu: Immer mehr Fahrschüler:innen schummeln bei der Theorieprüfung
- Redaktion Mittagsmagazin

- 21. Aug. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Immer mehr Fahrschüler:innen greifen zu unerlaubten Mitteln, um die theoretische Führerscheinprüfung zu bestehen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Nach Angaben des TÜV-Verbands entwickelt sich das Problem seit Jahren kontinuierlich nach oben. Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden 2.193 Täuschungsversuche entdeckt. Im gesamten Jahr 2024 waren es knapp 4.200 Fälle, was einem Anstieg von zwölf Prozent im Vergleich zu 2023 entspricht.
Berlin als Beispiel für den Alltagstrick
Nach TÜV-Angaben wird allein in der Hauptstadt täglich mindestens ein Betrugsversuch aufgedeckt. Gleichzeitig sei die Dunkelziffer deutlich höher. Ein zentrales Problem: In vielen Fällen werde der Betrug weder strafrechtlich noch ordnungsrechtlich weiterverfolgt.
Professionelle Strukturen hinter Technik- und Identitätsbetrug
Besonders auffällig sind Fälle, in denen moderne Technik oder falsche Identitäten genutzt werden. Hier gehe es nicht mehr um Einzelpersonen, sondern oft um organisierte Gruppen, die im Hintergrund arbeiten. „Die Zusammenarbeit mit Dritten, Passmissbrauch oder Urkundenfälschung sowie der Einsatz ausgefeilter technischer Hilfsmittel zeugen von einem hohen Maß an krimineller Energie“, erklärte der TÜV-Verband. Nach Einschätzung des Verbands entfallen über die Hälfte der Täuschungen auf diese professionellen Methoden.
Kasseler Prozess: Führerscheinverkauf in großem Stil
Aktuell beschäftigt ein besonders schwerer Fall das Landgericht Kassel. Dort müssen sich mutmaßliche Mitglieder einer Bande verantworten, die in großem Umfang Führerscheine verkauft haben soll.
Ein 26-jähriger Ex-Mitarbeiter der Fahrerlaubnisstelle Kassel steht unter Verdacht, mindestens 112 Personen einen Führerschein verschafft zu haben – ohne Prüfung. Gegen ihn wird wegen besonders schwerer Bestechlichkeit und Falschbeurkundung im Amt ermittelt.
Parallel läuft ein Verfahren gegen einen 35-Jährigen, dem vorgeworfen wird, 47-mal besonders schwere Bestechung und 44-mal Anstiftung zur Falschbeurkundung begangen zu haben. Er soll maßgeblich am Vertriebsnetz beteiligt gewesen sein.



