top of page

Gefangen im Feed: Warum endloses Scrollen besonders junge Menschen in den Bann zieht

  • vor 2 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Ein schneller Blick in TikTok oder Instagram – mehr war eigentlich nicht geplant. Doch ehe man es merkt, ist der halbe Abend vorbei. Dieses endlose Weiterwischen durch Kurzvideos, oft als „Doomscrolling“ bezeichnet, trifft besonders junge Menschen. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".


Kinder und Jugendliche reagieren empfindlicher auf rasche Bildwechsel, grelle Farben und Musik, die sofort ins Ohr geht. Ihr Gehirn springt stärker auf solche Reize an.


Was Studien über Kurzvideos verraten


Ein Forschungsteam aus Australien hat 71 Einzeluntersuchungen mit insgesamt 98.299 Personen zusammengetragen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 23 Jahren. Das Fazit der Auswertung: Wer sehr viele Kurzvideos konsumiert, riskiert negative Auswirkungen.


Warum das Scrollen so fesselt


In der digitalen Bilderflut schüttet das Gehirn Dopamin aus – einen Botenstoff, der für Glücksgefühle sorgt. Jede neue Szene, jedes überraschende Detail kann diesen Effekt erneut anstoßen. Wer eigene Inhalte hochlädt, erhält zusätzlich Likes oder positive Kommentare, was das Belohnungssystem weiter ankurbelt. Erwachsene schaffen es meist eher, ihr Nutzungsverhalten zu regulieren. Bei Jugendlichen dagegen ist das Gehirn noch im Umbau und besonders empfänglich für schnelle Belohnungen. Es sucht nahezu ununterbrochen nach dem nächsten Kick.


Politik und Forschung schlagen Alarm


Die EU-Kommission untersucht derzeit, ob TikTok mit einem „süchtig machenden Design“ arbeitet und damit gegen EU-Vorgaben verstößt. Auch im EU-Parlament wird über strengere Regeln diskutiert – manche Abgeordnete fordern sogar ein Social-Media-Verbot für Minderjährige.


Das Geschäftsmodell hinter der Aufmerksamkeit


Soziale Netzwerke verdienen vor allem dann gut, wenn Nutzerinnen und Nutzer lange bleiben. Jede zusätzliche Minute erhöht die Werbeeinnahmen. Gleichzeitig entstehen aus dem Klick- und Scrollverhalten detaillierte Persönlichkeitsprofile, die wirtschaftlich verwertet werden können. Gerade junge Menschen, deren Gehirn noch nicht vollständig entwickelt ist, seien besonders anfällig für diese Strategien, warnt der Braunschweiger Wissenschaftler. Die Mechanismen sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit zu binden – und genau das funktioniert.

bottom of page