Gefährlicher Waffenstillstand: Gefängnisausbrüche und Schuldzuweisungen verschärfen die Lage im Norden Syriens
- Redaktion Mittagsmagazin

- 20. Jan.
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Trotz einer offiziell verkündeten Feuerpause zwischen den syrischen Regierungstruppen und kurdisch geführten Verbänden bleibt die Situation im Norden des Landes instabil. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Besonders kritisch ist die Lage rund um Haftanstalten, in denen seit Jahren zehntausende mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) festgehalten werden.
Unklare Zahlen nach Gefängnisausbruch
Nach einem Ausbruch aus einer Haftanstalt im nordöstlichen Syrien gehen die Angaben über die Zahl der Entkommenen weit auseinander. Während das syrische Innenministerium von rund 120 geflohenen Insassen aus dem Gefängnis in Schaddadi spricht, nennen die kurdisch geführten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) eine deutlich höhere Zahl von etwa 1.500 entflohenen IS-Anhängern.
Warnungen vor neuen Eskalationen
Die SDF bewerten die Vorfälle als äußerst gefährlich. Sollte es zu weiteren gewaltsamen Übernahmen von Gefängnissen oder Lagern kommen, könne dies die ohnehin fragile Ordnung weiter untergraben und extremistischer Gewalt neuen Raum geben. Die syrische Armee hingegen erklärte, sie werde die kurdischen Kräfte für eine mögliche Freisetzung von IS-Kämpfern zur Verantwortung ziehen.
Gegenseitige Schuldzuweisungen
Zwischen den Konfliktparteien kommt es zu schweren Vorwürfen. Damaskus beschuldigt die SDF, die Gefangenen bewusst freigelassen zu haben. Die kurdischen Kräfte bestreiten dies und werfen den Regierungstruppen vor, die Haftanstalt al-Schaddadi angegriffen zu haben. Berichte über Zusammenstöße gibt es zudem aus der Umgebung des Gefängnisses Al-Aqtan nahe der früheren IS-Hochburg Rakka.
Hintergrund: Der Aufstieg und Fall des IS
Der sogenannte Islamische Staat beherrschte zeitweise große Gebiete in Syrien und im Irak. Im Jahr 2014 rief die Miliz ein radikal-islamistisches Kalifat aus. Fünf Jahre später wurde der IS in Syrien durch kurdische Milizen mit Unterstützung der USA militärisch besiegt.



